Vergewaltiger steht jetzt vor dem Richter

2. Februar 2005, 08:54
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Neun Morde hat er gestanden, in fünf Fällen ist er angeklagt: Prozess gegen den mutmaßlichen Serienmörder Fourniret und seine Frau ist eröffnet

Dinant - Der französische Serienmörder Michel Fourniret muss sich seit Montag im belgischen Dinant wegen fünffachen Mordes verantworten. Seine Frau Monique Olivier ist wegen Beihilfe in drei Fällen angeklagt. Sie beschuldigt ihn zudem, 1993 ein Au-pair-Mädchen umgebracht zu haben. Fast alle Opfern waren junge Frauen.

Fourniret soll seine Verbrechen in den Jahren 1987 bis 2001 in Frankreich begangen haben. Zugegeben hat er neun Morde sowie einen Entführungsversuch und eine sexuelle Belästigung. Wann die nicht angeklagten Fällen verhandelt werden, ist unklar.

Fourniret hat einen Menschen weniger auf dem Gewissen, als er dachte: Die französische Gendarmerie machte 2003 ein Opfer lebend ausfindig. Es handelt sich um einen Handelsvertreter, den der Angeklagte vor 17 Jahren in einer Raststätte bei Fontainebleau im Süden von Paris ausgeraubt und mit einem Gewehr vermeintlich erschoss.

Fourniret soll bereits vor Jahrzehnten junge Mädchen in Hinterhalte gelockt, angegriffen oder vergewaltigt haben. 1984 soll er der französischen Polizei Angriffe auf 16 oder 18 junge Mädchen gestanden haben. Einige waren minderjährig.

1987 wurde er wegen Vergewaltigung verurteilt, jedoch vorzeitig aus der Haft entlassen. Danach wurde er noch dreimal von der belgischen Polizei festgenommen, für einen Haftbefehl reichten die Beweise aber nie. Eine Hausdurchsuchung in dem kleinen Schloss, das der offiziell mittellose Mann besaß, blieb ohne Ergebnis. Im Sommer 2003 wurde er verhaftet, nachdem er versucht hatte, eine 13-Jährige zu entführen. Seither befand er sich in U-Haft. (AFP, DER STANDARD - Printausgabe, 1.02.2005))

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