Hightech-Overalls gegen Billigware aus China

7. Februar 2005, 14:26
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Ötscher Berufskleidung krempelt Sortiment um und will mit Nanotechnologie punkten

Amstetten/Wien - Das Familienunternehmen Ötscher, Eigenangaben zufolge Nummer eins bei Berufsbekleidung in Österreich, versucht einen Befreiungsschlag gegen die Billigkonkurrenz aus Fernost - mit High-tech-Materialien.

"Wir müssen mit höherwertigen Produkten aus dem Sog der Massenware heraus; das ist unsere einzige Chance", sagte Dieter Götzl, der mit seinem Bruder Georg die Geschäfte der Ötscher Berufskleidung GmbH führt, dem STANDARD. Der Wegfall des Quotensystems im Handel mit Bekleidung und Textilien Ende 2004 mache sich stark bemerkbar.

Nanotechnologie

Mit einer neuen Produktlinie, die auf Nanotechnologie basiert, will sich der in Amstetten beheimatete Betrieb etwas Luft verschaffen. Ötscher ist dabei Lizenznehmer, kauft das Produkt bei einer Partnerweberei ein und sieht sich als eines der ersten Unternehmen in Europa, das dieses High-tech-Material im Segment Berufsbekleidung einsetzt. Die speziellen Materialeigenschaften werden dabei durch winzige Moleküle bewirkt, die auf das Baumwoll/Polyestergemisch aufgetragen werden.

Im Fokus hat Götzl Großkunden aus dem Kfz- und Tankstellenbereich. Overalls, Latzhosen, Shirts und Polos aus dem innovativen Material seien zwar um zehn bis zwölf Prozent teurer als herkömmliche Ware; weil die Bekleidung aber besonders atmungsaktiv sowie öl- und fettabweisend sei, sieht Götzl dennoch ein hohes Potenzial: "In fünf Jahren wollen wir damit ein Viertel unseres Umsatzes machen."

Im Vorjahr setzte das Unternehmen mit rund 130 Mitarbeitern 15,5 Mio. Euro um, ein Plus von knapp sieben Prozent. Die Exportquote beträgt 28 Prozent. Neben Deutschland, Frankreich und Italien will Götzl nun verstärkt die Märkte in Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien bearbeiten. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 01.02.2005)

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