Deutsches Kartellamt stellt Verfahren gegen "Grünen Punkt" ein

2. Februar 2005, 09:09
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Marktentwicklung wird weiter beobachtet

Bonn - Das deutsche Kartellamt hat ein seit drei Jahren laufendes Verfahren gegen die Duales System Deutschland, "Grüner Punkt", eingestellt. Kartellamtspräsident Ulf Böge erklärte am Montag in Bonn, mit der geforderten Auflösung der früher kartellartigen Gesellschafterstruktur des DSD sei eine wichtige Voraussetzung für mehr Wettbewerb auf dem Markt für die Rücknahme von Verkaufsverpackungen geschaffen.

Das Kartellamt werde allerdings die Entwicklung auf diesem Markt weiter beobachten, betonte Böge. Das DSD nehme nach wie vor eine marktbeherrschenden Stellung ein.

Neue Aufgaben

Der DSD-Vorstandsvorsitzende Peter Zühlsdorff erklärte in Köln, die Entscheidung des Bundeskartellamts sichere "den Fortbestand der haushaltsnahen Wertstoffsammlung und schafft damit Rechtssicherheit für unsere Kunden, Mitarbeiter und Entsorgungspartner". Zudem eröffne sie dem DSD Zutritt zu neuen Aufgabengebieten, beispielsweise im Bereich von Pfandlösungen.

Bei dem Fast-Monopolisten DSD waren bis Ende 2004 die Großunternehmen des Handels und der Industrie gleichzeitig Hauptaktionäre und wichtigste Kunden. Das hatte das Kartellamt beanstandet. Unter diesem Druck kam schließlich die Übernahme des DSD durch den US-Finanzinvestor KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co. Ltd.) zu Stande.

Gewinne erlaubt

Voraussetzung für den Einstieg des Investors war unter anderem, dass die bisher nicht profit-orientierte DSD AG künftig Gewinne machen darf. KKR hatte für den "Grünen Punkt" 260 Mio. Euro in Bar geboten, das 180-Fache des Ausgabepreises der Aktien bei der Gründung der DSD AG vor 14 Jahren. (APA/AP)

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