ÖSV-interne Qualifikation auf Mittwoch verschoben

1. Februar 2005, 13:32
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Wenn der WM-Plan schon kein Rennen vorsieht, gibt es wenigstens interne Wettkämpfe, allerdings erst am Mittwoch, Neuschnee und Wind erzwingen verkürztes Training bei den Herren - Damen-Training abgesagt

Seit alters trägt es sich so zu, dass es zu wenige WM-Startplätze für zu viele gute österreichische Skirennläufer gibt, seit alters trägt es sich so zu, dass nicht jeder österreichische Skirennläufer das super findet. Michael Walchhofer war von vornherein aus dem Schneider, er regiert seit St. Moritz 2003 als Weltmeister. Und der darf seinen Titel auch dann verteidigen, wenn er vor der WM den größten Stiefel zusammenfährt. Walchhofer fuhr keinen Stiefel, er führt im diesbezüglichen Weltcup. Johann Grugger wurde dank zweier Saisonsiege nominiert, einen feierte er noch dazu bei der WM-Generalprobe im Dezember, im Abfahrtsweltcup liegt er an dritter Stelle; hinter dem unverschämten Bode Miller. So rittern der ewige Werner Franz, Hermann Maier, Fritz Strobl und Christoph Gruber um drei Plätze.

Schön, aber nicht hilfreich

Fritz Strobl, Abfahrtsolympiasieger, produzierte gestern im ersten Training die Bestzeit. Das ist schön, aber nicht hilfreich. Das erste Training, sagte Cheftrainer Toni Giger, werde keinesfalls in die Entscheidung einfließen. Am Dienstag hätte das interne Wettrennen stattfinden sollen, aufgrund von Neuschnee und Verwehungen wird aber auf verkürzter Strecke vom Kombinationsstart aus gefahren. Damit entfällt die ÖSV-interne Qualifikation, die Ausscheidung soll nun am Mittwoch in Szene gehen

Strobl: "Für mich ist das keine Überraschung. Und was Neues schon gar nicht." Strobl hatte vergangene Woche auf dem Patscherkofel ein internes Match um den Super-G-Startplatz gegen Stephan Görgl verloren. "Wenn man in einer so starken Mannschaft ist, dann bleibt einem das ab und zu nicht erspart."

Der Gold-Favorit

Hermann Maier, Olympiasieger, Weltcupsieger, Weltmeister und das alles mehrfach, mimte den Gelassenen, aber er mimte nicht perfekt. "Eine Quali ist für mich ganz normal. Ich hab schon viel wichtigere gehabt, aber da ist es nicht um einen Startplatz gegangen, sondern um meine gesamte Karriere. Wenn ich es jetzt nicht schaffe, darf ich ja trotzdem im Weltcup weiterfahren." Er, Maier, habe vor, in der Quali nicht alles herzugeben, er wolle sich schon noch etwas aufbewahren fürs Rennen. "Die Trainer wissen ja ganz genau, dass ich ein Gold-Favorit sein kann." Dass er zur entsprechenden Sitzung nicht erschienen war, habe mit Grant nichts zu tun. "Ich hab vergessen, es war eine ungünstige Zeit. Und als ich erinnert wurde, saß ich am Ergometer. Das Training wollte ich nicht unterbrechen."

Werner Franz will gar keinen anderen mimen als den Gesättigten. "Ich bin schwer enttäuscht, aber ich reg mich nicht auf. Denn je mehr ich mich aufreg, desto langsamer werde ich." Franz war nach einer schweren Verletzung zurückgekommen und schaffte just in diesem Winter in Val d'Isère den ersten Abfahrtssieg seiner Karriere.

Die Mühsale des Werner Franz

Der 32-jährige Kärntner kennt die Quali-Geschichte wie kein anderer, viermal schon wirkte er mit. 1994 bei den Olympischen Spielen hatte er es sportlich geschafft. "Aber sie haben mich nicht aufgestellt. Günther Mader durfte fahren, obwohl er in der Quali gestürzt ist. Damals hatten die Alten den Bonus, und jetzt, wo ich zu den Alten zähle, offenbar die Jungen." Bei der WM 1996 scheiterte er genauso wie bei Olympia 1998, bei der WM 2001 qualifizierte er sich und wurde Achter. In St. Anton musste sich übrigens auch Hannes Trinkl erst für die Abfahrt qualifizieren. Und wurde Weltmeister.

Sieben Schweizer rangeln auch. Gestern qualifizierten sich Bruno Kernen und Ambrosi Hoffmann, der heute Beste darf ebenfalls am Samstag mitspielen, den vierten Mann bestimmen die Trainer.

Damen-Training abgesagt

Das für Dienstag geplante Abfahrtstraining der Damen ist abgesagt worden.(red/APA/DER STANDARD Printausgabe 01.02.2005)

Benno Zelsacher aus Bormio
  • Bild nicht mehr verfügbar

    hermann Maier sticht ins Tal hinunter.

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