Außenminister weist Völkermord-Vorwurf zurück

7. Februar 2005, 16:09
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Annan spricht von "schlimmen Verbrechen" in Darfur

Abuja/Nairobi - Der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail hat den Vorwurf, seine Regierung verübe in der westlichen Krisenregion Darfur Völkermord, erneut zurückgewiesen. Ein bisher unveröffentlichter Bericht einer UNO-Untersuchungskommission gebe ihm darin Recht, sagte Ismail am Montag bei dem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. "Wir haben eine Kopie des Berichts, und darin ist nicht von Völkermord die Rede", sagte Ismail. Die "Los Angeles Times" hatte zuvor unter Berufung auf Diplomaten berichtet, dass das UNO-Team lediglich von "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" spreche.

Annan will sich nicht festlegen

UNO-Generalsekretär Kofi Annan wich einer Antwort auf die Frage aus, ob es sich um Völkermord handle. "Unabhängig davon, wie die Untersuchungskommission die Vorgänge in Darfur beschreibt, steht fest, dass dort schlimme Verbrechen begangen wurden", sagte Annan. "Dagegen muss etwas unternommen werden", fügte er hinzu und verwies erneut auf die Möglichkeit, Sanktionen zu verhängen. Der Bericht soll in dieser Woche veröffentlicht werden. Er wird mit Spannung erwartet, weil die Feststellung eines Völkermords die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen zum Eingreifen verpflichten würde.

Am zweiten Tag des AU-Gipfeltreffens stand außerdem der Kampf gegen Krankheiten wie Kinderlähmung und Malaria auf der Tagesordnung. An diesen heilbaren Krankheiten sterben täglich Tausende in Afrika, weil sie keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. (APA/dpa)

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