Schrumpfende Steiermark, wachsendes Vorarlberg

4. Februar 2005, 16:21
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2031 soll es um 15 Prozent mehr Privathaushalte in Österreich geben - mit Grafik

Wien - Die Zahl der Privathaushalte in Österreich steigt bis 2031 um 15,3 Prozent gegenüber der Volkszählung im Jahr 2001 und wird dann voraussichtlich 3,85 Millionen betragen. Das ist das Ergebnis der am Montag in Wien präsentierten Prognose der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) und der Statistik Austria für den Wohnungsbedarf bis 2031.

Das stärkste Wachstum ist in den geburtenstarken Bundesländern Vorarlberg mit einem Plus von 30,5 Prozent und Tirol (plus 28,4 Prozent) zu erwarten.

Schwacher Osten

Dieser Trend entspricht genau jener Bevölkerungswachstums-Prognose, die die ÖROK im Frühjahr 2004 veröffentlich hatte: In Vorarlberg, Tirol und Salzburg wird es Zuwächse um sieben bis 13 Prozent geben, in Wien, Niederösterreich und im nördlichen Burgenland maximal um sieben Prozent. Bis zu fünf Prozent weniger Menschen gegenüber 2001 sind dagegen in der Steiermark und in Kärnten zu erwarten.

Stärkstes Minus in Leoben

"Den mit Abstand größten Rückgang der Anzahl der Privathaushalte wird es im strukturschwachen Bezirk Leoben in der Steiermark geben", sagte Eva Bauer vom Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen.Dort sei ein sattes Minus von 18 Prozent zu befürchten. Aber auch die Bezirke Judenburg (minus sechs Prozent), Gmünd (minus fünf), Bruck an der Mur (minus fünf) und Mürzzuschlag (minus drei) werden 2031 weniger Privathaushalte zählen als 2001.

Warnung vor Baustopp

Demzufolge besteht in der Steiermark, aber auch in Kärnten, so die ÖROK, ein wesentlich geringerer Neubau-Bedarf als in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg. Das Zurückschrauben der Neubauleistung müsse aber mit Bedacht geschehen, warnte Univ. Prof. Dr. Heinz Fassmann vom Institut für Geographie und Regionalforschung an der Uni Wien: "Wenn in den ohnehin von Abwanderung geprägten Regionen kein oder zu wenig Neubau erfolgt, verstärkt dies die Tendenz zum Wegzug." (APA)

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