Quecksilberbelastung in der EU soll drastisch abgebaut werden

4. Februar 2005, 14:41
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Brüssel - Quecksilber in Fieberthermometern soll nach den Plänen der EU-Kommission bald der Vergangenheit angehören. Nach einem Strategieplan der Brüsseler Behörde soll das giftige Schwermetall in den nächsten Jahren drastisch reduziert werden. So will die EU-Kommission einen Exportstopp von Quecksilber bis 2011 durchsetzen. "Bis 2020 wollen wir ganz auf Quecksilber verzichten", sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas am Montag in Brüssel vor der Presse.

Mit 3.600 Tonnen jährlich verbrauche die EU rund ein Drittel des Quecksilber weltweit, sagte Dimas. Die interne Nachfrage nach dem Schwermetall soll durch die Verwendung von Ersatzstoffen gesenkt werden. So sei Quecksilber in Thermo- und Barometern schon heute in einigen EU-Staaten verboten, sagte der Kommissar. Auch eine sicherere Lagerung von überschüssigen Beständen des Metalls will die EU-Kommission erreichen. Die jährlichen Kosten für die Chlor-Alkali-Industrie schätzt Dimas auf 1,5 Millionen Euro. Die Industrie sei aber kooperationsbereit, da sie ein Exportverbot noch stärker treffen würde.

Bedroht durch Quecksilber seien etwa Bewohner am Mittelmeer, die sich hauptsächlich von Fisch ernährten, sagte Dimas. Nach Angaben der Kommission übertreffen die Bestände in Fischen in einigen EU-Regionen die internationalen Sicherheitswerte. Das Schwermetall kann im menschlichen Körper bereits in kleinen Mengen zur Schädigung des Nervensystems führen. Kinder können durch Quecksilber in ihrer geistigen Entwicklung behindert werden. "Die EU ist der weltweit größte Exporteur von Quecksilber, weshalb wir in der Verantwortung stehen, diesen handel insgesamt einzustellen." (APA)

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