Regierung und Rebellen wollen Darfur-Gespräche wieder aufnehmen

3. Februar 2005, 09:05
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Termin voraussichtlich in der dritten Februarwoche

Abuja - Die seit Wochen unterbrochenen Friedensgespräche für die sudanesische Darfur-Region sollen noch im Februar wieder aufgenommen werden. Das teilten der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail und ein Unterhändler der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA), Abakar Mohammed Abu el Bashar, am Montag mit. Ismail sagte, die Gespräche sollten wieder in der nigerianischen Hauptstadt Abuja stattfinden. Aus westlichen diplomatischen Kreisen verlautete, der Termin werde voraussichtlich in der dritten Februarwoche liegen.

Rebellen boykottierten die Gespräche

Die letzte Runde war am 11. Dezember in Abuja begonnen worden. Nach zwei Tagen boykottierten die Rebellenvertreter die Gespräche, weil die Regierungstruppen eine Offensive in der Region begonnen hätten. Eine seit April 2004 ausgerufene Waffenruhe ist gescheitert. Krankheiten und Hunger sind in Darfur allein seit vergangenem März 70.000 Menschen zum Opfer gefallen, wie Hilfsorganisationen schätzen. Rund zwei Millionen Menschen sind seit Beginn der Kämpfe vor zwei Jahren geflohen.

Der Konflikt begann mit dem Aufstand zweier Rebellengruppen gegen die Regierung in Khartum. Der sudanesischen Regierung wird vorgeworfen, im Kampf gegen die Rebellen arabische Reitermilizen zu unterstützen, die mit Mord, Vergewaltigung und Brandstiftung die Zivilbevölkerung terrorisieren.

Die USA haben die Vorgänge in Darfur als Völkermord bezeichnet. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte am Sonntag bei einem Besuch in Abuja, er werde dem Sicherheitsrat in Kürze einen Bericht über die Lage in Darfur vorlegen. Sanktionen gegen Khartum seien nicht vom Tisch, sagte er. (APA)

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