Umfrage: Mehrheit für kürzeren Wehrdienst

22. Februar 2005, 15:22
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70 Prozent für sechs Monate - Geringste Zustimmung unter ÖVP-Wählern

Wien - Eine klare Mehrheit der Österreicher befürwortet eine Verkürzung des Wehrdienstes. Nach einer von der ÖVP in Auftrag gegebenen Umfrage des Fessel-Instituts (500 Telefoninterviews von 30. November bis 3. Dezember 2004) haben sich 70 Prozent für den Vorschlag der Volkspartei ausgesprochen, die Wehrdienstzeit schon ab 2006 von acht auf sechs Monate zu reduzieren. Nur 25 Prozent lehnten dies ab. Fünf Prozent machten keine Angaben.

Interessant dabei ist, dass die Zustimmung zu einer solchen Verkürzung ausgerechnet unter den ÖVP-Wählern mit 71 Prozent am geringsten ist. Von den Präferenten der SPÖ sind 72 Prozent dafür, von jenen der FPÖ 73 Prozent und von jenen der Grünen 75 Prozent. Unter jenen, die ihre Wahlabsicht nicht kundtun wollten, sind 66 Prozent für die Verkürzung.

ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer erklärte dazu, die Umfrage bestätige, dass eine Verkürzung der Wehrdienstzeit auch in der Bevölkerung "auf breite Zustimmung" stoße. Dass gerade unter den ÖVP-Wählern die Zustimmung dazu am geringsten ist, wertete Molterer als Beweis dafür, dass die ÖVP keine taktische Vorgangsweise wähle, sondern sachlich entscheide.

Tendenziell bestätigt diese Umfrage damit eine bereits vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Untersuchung des Linzer "market"-Instituts. Damals hatten 59 Prozent eine Reduzierung der Wehrdienstzeit auf sechs Monate befürwortet. 32 Prozent hatten dies abgelehnt, sieben Prozent war die Dauer des Präsenzdienstes "egal". (APA)

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