Schlechter Start in Wintersaison 2004/05

17. Februar 2005, 11:59
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Starke Rückgänge in Tirol - Im Dezember fast neun Prozent weniger Nächtigungen - Deutsche und Holländer weniger reisefreudig

Wien - Die Bilanz der bisherigen Wintersaison (November und Dezember 2004) fällt laut Statistik Austria negativ aus. Hauptgrund dafür ist die rückläufige Tourismusbilanz im Monat Dezember. Die Anzahl der Nächtigungen ging in den beiden Monaten nach vorläufigen Zahlen um 6,2 Prozent auf 10,9 Millionen zurück, jene der Gäste (Ankünfte) um 2,9 Prozent auf 3,2 Millionen. Die Anzahl der Inländernächtigungen war um 1,9 Prozent geringer als im gleichen Vorjahreszeitraum, die Ausländernächtigungen sogar um 7,7 Prozent.

Nach Bundesländern wurden - abgesehen von Niederösterreich und Oberösterreich - durchwegs Nächtigungsverluste festgestellt, die höchsten in Tirol mit minus 9,9 Prozent, die geringsten in Wien mit minus 0,7 Prozent.

Weniger Deutsche und Holländer

Gäste aus dem nächtigungsstärksten Herkunftsland Deutschland buchten mit 4,6 Mio. Nächtigungen um 10,8 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2003. Holländische Gäste verbrachten gar um mehr als ein Viertel weniger Nächte in Österreich. Zulegen konnten hingegen die Gästenächtigungen aus Frankreich (um 9,8 Prozent), den USA (10,8 Prozent) und Großbritannien (4,0 Prozent).

Allein im Dezember 2004 kam es bei den Übernachtungen zu einem Minus von 8,9 Prozent auf rund 7,8 Millionen. Ausländische Touristen nächtigten um 10,4 Prozent weniger, inländische Gäste um 2,9 Prozent weniger oft. Auch die Anzahl der Gäste selbst war rückläufig. Bei den Ankünften kam es zu einem Minus von 4,4 Prozent, wobei im letzten Monat des Jahres vor allem die ausländischen Gäste (minus 5,3 Prozent) ausblieben.

Schlechte Schneelage

Die negative Dezember-Bilanz wird auf die allgemein schlechte Schneelage in den Wintersportorten, aber auch auf die im Vergleich zu Dezember 2003 ungünstigere Feiertagskonstellation (jeweils an Wochenenden) zurückgeführt. Auch die konjunkturellen Probleme des wichtigsten Herkunftslandes Deutschland (Nächtigungsanteil im Dezember: 48 Prozent) dürften die Reisefreudigkeit entsprechend negativ beeinflusst haben.

Die Abnahme im Ausländertourismus war damit primär durch Gäste der nächtigungsstärksten Herkunftsländer Deutschland (minus 13,1 Prozent) und Niederlande (minus 29,4 Prozent) bedingt. Mehr genächtigt haben Gäste aus Großbritannien (3,0 Prozent), der Schweiz (1,0 Prozent) oder den USA (10,6 Prozent).

Mehr Nächtigungen nur in NÖ

Von den nächtigungsstärksten Bundesländern wiesen Tirol mit minus 13,2 Prozent und Salzburg mit minus 5,4 Prozent einen rückläufigen Trend auf. Auch in den übrigen Bundesländern wurden - abgesehen von Niederösterreich - durchwegs Nächtigungsverluste festgestellt, die höchsten in der Steiermark mit minus 13,2 Prozent, die geringsten in Wien mit minus 1,3 Prozent.

Das Nächtigungsaufkommen in Hotelbetrieben der 5-/4-Stern-Kategorie nahm um 2,9 Prozent ab, in 3-Stern-Betrieben lag die Abnahme bei 11,5 Prozent, in 2-/1-Stern-Betrieben bei 10,4 Prozent. Auch Privatquartiere und private Ferienwohnungen mussten zweistellige Abnahmen hinnehmen (minus 15,4 Prozent bzw. minus 15,5 Prozent). (APA)

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