Heidfeld wird zweiter Williams-Pilot

25. Februar 2005, 23:42
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Teamkollege von Mark Webber steht fest, das langfristige Ziel ist unbescheiden: der Gewinn der WM

Valencia/Spanien - "Quick Nick" hat sich im spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen um das letzte freie Formel-1-Cockpit bei Williams-BMW knapp durchgesetzt und damit den drohenden Karriereknick verhindert. "Ich wollte diesen Platz unbedingt haben. Für dieses Team anzutreten, ist die größte Chance meiner Karriere. Als es mir Frank Williams 20 Minuten vorher mitgeteilt hat, konnte ich es kaum glauben", sagte der Deutsche Nick Heidfeld überglücklich nach der Bekanntgabe seiner Verpflichtung durch den britischen Teamchef bei der Präsentation des neuen Rennwagens FW 27 am Montag im spanischen Valencia.

Schwierige Entscheidung

"Es war eine sehr schwierige Wahl. Die Entscheidung ist erst in letzter Minute gefallen", erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Wir haben viel nachgedacht und abgewogen. Beide Fahrer sind ebenbürtig", sprach Williams von einer hauchdünnen Entscheidung zu Gunsten des 84-fachen Grand-Prix-Starters. Der unterlegene Brasilianer Antonio Pizzonia bleibt Testfahrer des britisch-bayerischen Top-Teams. Der Australier Mark Webber stand schon seit Monaten als erster Stammpilot fest.

Offensichtlich haben Heidfelds überzeugende Leistungen bei dem mit 5:2 gewonnenen Testduell gegen Pizzonia sowie seine Erfahrung und technischen Fähigkeiten, das Auto weiterzuentwickeln, den Ausschlag gegeben. Bei Heidfeld löste sich nach diesem Volltreffer die Spannung schnell. "Das ist der große Schritt, den ich mir in den letzten Jahren immer erhofft habe", sagte der zuvor bei den Mittelfeldteams Prost, Sauber und Jordan fahrende Rheinländer.

In Zukunft die WM gewinnen

Jetzt sieht der als großes Talent geltende frühere Formel-3000-Meister endlich echte Titelchancen für sich. "Mein Ziel ist, in Zukunft die WM zu gewinnen. Wann, weiß ich noch nicht." Mit einer direkten Kampfansage an den siebenfachen Champion und erneuten Favoriten Michael Schumacher bei der am 6. März in Melbourne startenden Saison hielt sich Heidfeld jedoch zurück. Schließlich war Williams-BMW im Vorjahr als enttäuschender Vierter der Konstrukteurs-Wertung meilenweit hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurückgeblieben.

Mit dem neuen Wagen und dem neuen Fahrerduo hoffen die Weiß-Blauen wieder auf bessere Zeiten. "Wir wollen in die Erfolgsspur zurückkehren", sagte Williams, verzichtete aber im Gegensatz zu 2004 auf vollmundige Titelversprechungen. Schließlich bleibt abzuwarten, ob der FW 27 nicht eine ähnliche Enttäuschung wie das Vorgängermodell wird und ob Webber und Heidfeld, die sportlich noch keine großen Erfolge vorweisen, die große Lücke der zu Toyota bzw. McLaren-Mercedes abgewanderten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya stopfen können.

Auffällige Kaminrohre beim neuen Boliden

Der neue Bolide fällt durch eine spitze, relativ hohe Nase und Kaminrohre an den Seitenkästen auf. Der 910 PS starke FW 27 soll 375 km/h schnell sein. "Es ist eine komplette Neuentwicklung mit dem leichtesten Chassis, das wir je gebaut haben", teilte Technik-Direktor Sam Michael den 450 Medienvertretern nach der feierlichen Enthüllung in einem Flughafenhangar mit. BMW will weiter an der Zuverlässigkeit des Motors P 84B arbeiten und danach dessen Power steigern. (APA/dpa)

  • Der neue Williams FW 27
    foto:epa/weihrauch

    Der neue Williams FW 27

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    "Quick Nick" glaubt an einen wichtigen Karrieresprung.

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