Gegen HIV und für bessere Diagnosen

7. Februar 2005, 14:31
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Erste Phase des Wettbewerbs Best of Biotech beendet, fünf internationale Projekte prämiert

Vergangene Woche wurden die fünf, laut einer Jury innovativsten Geschäftsideen aus der ersten Phase des Businessplanwettbewerbes für Life-Sciences, Best of Biotech, prämiert. Unter den Preisträgern waren zwei österreichische, ein ungarisches, ein tschechisches und ein deutsches Projekt:

Pedalergometer:

Das an der Medizinischen Universität Innsbruck (unter Leitung von Michael Schocke) erdachte Gerät soll die eindeutige Diagnose einer arteriellen Durchblutungsstörung in den Beinen mithilfe einer Magnetresonanz-Spektroskopie ermöglichen. Mit dem Pedalergometer will man genauer als bisher vorhersagen können, ob Eingriffe zur Beseitigung der Durchblutungsstörungen auch den gewünschten Effekt haben können.

DermaVir - Therapeutische HIV-Vakzine:

Aus Budapest (Teamleitung: Andrea Lisziewicz) stammt die Idee, eine komplexe DNA-Struktur zu entwickeln, die wiederum über eine Nanostruktur mittels Pflaster auf die Haut eines mit dem HI-Virus infizierten Patienten angebracht wird und so eine starke Immunreaktion gegen das Virus auslösen soll. So hofft man, die starke Mutations- und Rekombinationsfähigkeit des Virus, bis jetzt eines der größten Probleme in der Aidsbehandlung, bekämpfen zu können.

Automatisierter hoch auflöslicher Cytometer:

Ein Team aus Brünn unter Leitung von Petr Matula von der Masaryk Universität entwickelte ein neues Mikroskop, das eine große Zahl von Zellen schnell aufnehmen kann und dabei dreidimensionale Bilder liefert. Damit will man unter anderem die räumliche Wechselwirkung von Genen künftig analysieren.

Künstliche Harnblase:

Von der Fachhochschule München kommt schließlich die Idee, eine synthetische Kunstharnblase als Ersatzorgan für die nicht mehr funktionstüchtige Blase zu entwickeln. So soll die Lebensqualität von Patienten, denen krankheitsbedingt die Harnblase entfernt wurde, wieder halbwegs hergestellt werden.

Therapeutische Glykoproteine:

Michael Jahn und Johannes Müllegger, derzeit an der University of British Columbia in Vancouver, entwickelten eine Technologie, mit deren Hilfe die Lebensdauer therapeutischer Eiweißmoleküle, die zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden, verlängert werden kann. Womit auch die Wirksamkeit von Medikamenten erhöht werden soll.

Ideen für den Markt

Best of Biotech, eine Initia- tive der Förderbank Austria Wirtschaftsservice und der Life Science Austria Vienna Region, richtet sich an Studierende und Wissenschafter an Universitäten in Österreich und im Ausland, an außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und an andere, die an der wirtschaftlichen Verwertung von Ideen und Innovationen aus dem Bereich Biotechnologie/Life-Sciences interessiert sind.

Es gibt auch eine zweite Phase des Wettbewerbs, sie läuft noch bis 15. April. Anmeldungen sind über die Website von Best of Biotech möglich. Die Preisverleihung ist für 9. Juni geplant. Telefonische Informationen: (01) 501 75-0 Die Geldpreise für die besten Projekte: 18.000 und 9000 Euro. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. 1. 2005)

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