Klagenfurt: Führungsstreit im Frauenhaus

4. Februar 2005, 19:53
posten

Teil des Vorstands fordert Rücktritt von SP-Trunk - Vorsitzende weist Vorwürfe finanzieller Art zurück

Klagenfurt - Heftige Auseinandersetzungen sind über die Führung des Klagenfurter Frauenhauses ausgebrochen. Einige Vorstandsmitglieder fordern den Rücktritt der Frauenhaus-Vorsitzenden Abg. Melitta Trunk (S). Sie werfen ihr vor, dem Vorstand keinen Einblick in die finanzielle Situation zu gewähren, zudem gebe es Probleme mit den Mitarbeiterinnen. Trunk wies am Samstag sämtliche Vorwürfe zurück, die Gebarung sei vollkommen in Ordnung. Strukturänderungen seien aber notwendig, diese würden derzeit gemeinsam erarbeitet.

"Eigenmächtiges Handeln"

Die Vorstandsmitglieder Grete Adam-Kesselbacher, Andrea Wulz, Grün-Stadträtin in Klagenfurt, und Elisabeth Wappis (V) werfen Trunk und ihrer Stellvertreterin Dietlinde Kreutzer (F) eigenmächtiges Handeln vor. FPÖ-Landesobmann Martin Strutz forderte umgehend eine Prüfung der Finanzen des Vereins und meinte, es stehe der Verdacht im Raum, dass Fördergelder missbräuchlich verwendet worden seien.

Trunk erklärte bei einem Pressegespräch in Klagenfurt, die Behauptungen über finanzielle Unregelmäßigkeiten seien "völliger Unfug". Der Wirtschaftsprüfer Reinhold Lebersorger, in dessen Kanzlei die Buchhaltung und Lohnverrechnung des Frauenhauses gemacht wird, sagte, die Liquidität des Vereins sei "sehr gut". "Die Bilanz 2003 weist einen Überschuss von 18.000 Euro aus, die Saldenliste für das Jahr 2004 einen von 5.000 Euro." Alle Verbindlichkeiten wie etwa angelaufene Abfertigungsansprüche könnten jederzeit bedient werden.

Schlechtes Klima im Team

Die Vorwürfe von Wappis, dass im Team ein schlechtes Klima herrsche, Trunk und Kreutzer eigenmächtig agieren würden, bezeichnete die SP-Abgeordnete als "Nonsens". Trunk: "Die Aufgaben sind im Konsens verteilt worden, die vom Geldgeber, dem Land Kärnten, eingeforderte Einführung einer Qualitätssicherung wird in Arbeitsgruppen erarbeitet." Zudem stünde Lebersorger jedem Vorstandsmitglied jederzeit mit Auskünften zu den Finanzen zur Verfügung.

Die Behauptung, sie und Kreutzer würden im Frauenhaus ein Projekt "Betreutes Wohnen" planen, sind für Trunk nicht nachvollziehbar: "Das Frauenhaus ist und bleibt Fluchtpunkt für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind." Die Rücktrittsaufforderung will sie nicht kommentieren. (APA)

Share if you care.