Wegfahrsperre mit dem Computer überlistet

13. Februar 2005, 09:48
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Die Zeiten, als man Stemmeisen und Schraubenzieher benötigte, um ein Auto zu stehlen, dürften vorbei sein

Die Zeiten, als man Stemmeisen und Schraubenzieher benötigte, um ein Auto zu stehlen, dürften nach US-Medienberichten vorbei sein. Studenten der John Hopkins Universität haben das "Immobilizer"-System von Texas Instrument gehackt, welches in Millionen von Fords, Toyotas und Nissans als Wegfahrsperre zum Einsatz kommt.

In wenigen Augenblicken

Das System beruht, wie die umstrittenen Funketiketten, auf der RFID (Radio Frequency Identification)-Technologie. Damit reichen, so die Forscher, einige Momente neben dem Schlüsselbesitzer und etwa eine Stunde Rechenzeit am Computer aus, um anschließend in wenigen Augenblicken in den Wagen einzubrechen und loszufahren.

Keine Anleitung zum Stehlen von Autos

Der leitende Professor, Aviel D. Rubin, führte gegenüber US-Medien aus, dass es nicht darum gehe, eine Anleitung zum Stehlen von Autos zu erstellen, sondern auf die geringe Sicherheit der zu kurzen Schlüssel (40 Bit) in den RFID-Chips hinzuweisen. In einer ersten Stellungnahme führte Texas Instruments aus, dass die Autos trotzdem diebstahlsicher seien und sich auch das Auslesen der Daten als sehr schwierig darstelle, da man dem Schlüssel sehr nahe kommen muss.

280 Dollar

Zum Einsatz kamen in dem Uni-Projekt ein 280 Dollar teurer RFID-Reader von Texas Instruments, mehrere Computer sowie die Schaltdiagramme, welche die Studenten auf der deutschen Homepage von Texas Instruments gefunden haben. Obwohl in der ersten Phase des Projekts noch ein ganzes Auto voll an Computern notwendig war, um alle 1.099.511.627.776 Schlüssel durchzuprobieren sind sich die Studenten sicher, dass sich diese Aufgabe auch mit einem Gerät in der Größe eines iPod lösen lässt, das nur einige hundert Dollar kostet.

Schlüssel in ein Stück Alufolie einzuwicklen

Sollten Kriminelle die Arbeit der Studenten nachahmen, so rät Rubin den Schlüssel in ein Stück Alufolie einzuwicklen. So könne der Schlüssel nicht ausgelesen werden. Ein Texas Instruments Manager bezeichnete diese Vorsichtsmaßnahme als "unnötig" und als "eine Lösung für ein Problem, das nicht existiert".(Martin Leyrer)

  • Ferrari - nicht betroffen.

    Ferrari - nicht betroffen.

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