Geben und Nehmen

24. Mai 2005, 11:39
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Netzwerken erlebt durch den Verlust der lebenslangen Jobsicherheit eine Renaissance

Arbeiten im Patchwork, Karriereverläufe in Projekten und die Tatsache, dass Abbau zum Alltag in Unternehmen gehört, rufen Netzwerk-Plattformen und strategisches Kontaktknüpfen auf den Plan.

"Alleingänge sind unzeitgemäß und unproduktiv", sagte etwa die Frankfurter Karriereberaterin Monica Becht kürzlich dem Manager-Magazin. So gesehen sind Menschen in guten Netzwerken auch keine unehrenwerten "Anschieber", die das leisten sollen, was allein nicht geschafft wird. Sondern im besten Fall bilden sie eine Plattform von Geben und Nehmen, eine Werkstatt für Junge, die ihr richtiges Werkzeug gerade erst herstellen. Um später anderen Jungen genau dabei zu helfen. Was nur als strategisches Nehmen und nicht als Beziehung verstanden wird, kann nicht lange halten.

Und: Die eigene Anstrengung ersparen sie nicht. Auch nicht schmerzliche Erfahrungen von Niederlagen und Krisen. Aber sie helfen, aus den Tiefs wieder herauszukommen. Vielleicht legen sie sogar Grundsteine für Freundschaften.

Wie groß der Hunger nach diesen Hilfestellungen ist, zeigt seit fünf Jahren der riesigen Zustrom zum Netzwerk der Siemens Academy of Life, die Erfolgreiche und Exponierte für Nachwuchskräfte zugänglich macht und ihnen einen Rahmen bietet, um sich auszutauschen.

Wie der Fluss von Geben und Nehmen funktioniert, zeigen auch die Academy-Stargäste. Sie haben oft auch privat - abseits ihrer Manager - ihr Kommen zugesagt, weil es ihnen etwas gibt, Jungen beim Finden ihrer Antworten eine Hilfestellung anzubieten. (Der Standard, Printausgabe, 29./30.1.2005)

Von Karin Bauer
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