Australischer Außenminister: Neue irakische Regierung demokratisch legitimiert

1. Februar 2005, 15:06
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Tumulte unter Auslands-Irakern in Sydney und Manchester

Canberra/London - Der australische Außenminister Alexander Downer hat die Wahl im Irak am Montag als Erfolg bezeichnet. Die Regierung, die im Februar gebildet werde, sei glaubwürdig und demokratisch legitimiert, sagte Downer in London, wo er sich zu Gesprächen mit seinem britischen Kollegen Jack Straw aufhielt. Auf die Frage von Journalisten nach einem Abzug der australischen Truppen aus dem Irak sagte Downer, das hänge nicht zuletzt von der Haltung der demokratisch gewählten irakischen Regierung ab. Australien werde seine Soldaten aber noch für einige Zeit im Land lassen, sollte die Regierung in Bagdad dies wünschen.

Bei Tumulten unter Auslands-Irakern in der australischen Küstenstadt Sydney sind am Sonntagabend Schüsse gefallen und vier Menschen leicht verletzt worden. Ein Auto und das Schaufenster eines Geschäftes seien zerstört worden, als Gegner und Befürworter der irakischen Wahl aneinander geraten seien, teilte die Polizei am Montag mit. An den Auseinandersetzungen im Vorort Auburn seien bis zu hundert Menschen beteiligt gewesen.

Die Stimmung innerhalb der irakischen Gemeinde von Auburn habe sich in den vergangenen Tagen vor der Wahl deutlich aufgeheizt, sagte ein Sprecher der Polizei. In dem Vorort war eines der neun Wahlbüros für die in Australien lebender Iraker eingerichtet worden. Nach Angaben der Polizei wurden nach den Tumulten drei Menschen mit leichten Verletzungen im Krankenhaus behandelt und anschließend wieder entlassen; ein vierter sei über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus behalten worden.

Bei Zusammenstößen vor einem Wahlbüro für Auslands-Iraker in Großbritannien sind am Sonntag zwei Menschen leicht verletzt worden. Nach einem Bericht des Senders BBC lieferten sich bis zu 200 Wähler und Gegner der Irak-Wahl vor dem Wahllokal in Manchester eine Schlägerei. Ein Mann erlitt eine leichte Kopfverletzung, ein weiterer wurde am Hals verletzt. Laut Sky Television hatten die Gegner gegen die Wahl protestiert, weil diese der US-Besatzung im Irak nachträglich Legitimität verleihe.

Nach wiederholten Angriffen Aufständischer auf die australische Botschaft im Irak sind die Beschäftigten vorübergehend auf einen US-Militärstützpunkt umgesiedelt worden. Der australische Außenminister Downer erklärte am Montag, die Diplomaten seien bis auf weiteres in Camp Victory nahe dem Bagdader Flughafen untergebracht. In der Zwischenzeit werde eine neue Botschaft in der stark gesicherten Grünen Zone der irakischen Hauptstadt gebaut. Der Umzug der Diplomaten in die Grüne Zone sei binnen sechs Monaten geplant. (APA/AP/Reuters)

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    Manchester: Iraker wurde für den Gang zur Wahlurne geschlagen

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