CIA hält Unterlagen über Nazi-Kriegsverbrecher zurück

4. Februar 2005, 14:26
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Akten zeigen angeblich engere Verbindung zwischen US-Regierung und Verbrechern als bisher angenommen

Washington - Der US-Geheimdienst CIA hält nach einem Bericht der Tageszeitung "New York Times" eine große Zahl von Akten über Nazi-Kriegsverbrecher zurück. Seit drei Jahren habe die CIA die Aufforderung einer Arbeitsgruppe des US-Kongresses zurückgewiesen, auf der Basis eines Gesetzes von 1998 Hunderttausende von Seiten aus geheimen Nazi-Akten zugänglich zu machen, berichtete das Blatt am Sonntag.

Aus den bisher mehr als 1,2 Millionen freigegebenen Seiten sei eine engere Verbindung zwischen der US-Regierung und Nazi- Kriegsverbrechern hervorgegangen als bisher angenommen, schreibt das Blatt weiter. Dazu habe auch die Anwerbung von verdächtigen Kriegsverbrechern sowie Nazi-Kollaborateuren durch die CIA gehört.

Bei den restlichen Akten habe der Geheimdienst in manchen Fällen zugestimmt, Informationen über ehemalige Nazis zu liefern, aber nicht über das Ausmaß der Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg. In anderen Fällen habe der Geheimdienst die Herausgabe von Informationen über Personen und deren Verhalten im Krieg solange verweigert, bis die Arbeitsgruppe Beweise für deren Verstrickung in Kriegsverbrechen vorlegen konnte.

Ein CIA-Sprecher wies nach Angaben der "New York Times" den Vorwurf zurück. Danach hält der Geheimdienst keinerlei Akten zurück, die im Zusammenhang mit der Arbeit der Kommission für Kriegsverbrechen stünden. (APA/dpa)

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