Himmelsstürmer aus Wien

6. April 2005, 15:56
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Mit Flugzeug-Software und nur zwölf Mitarbeiter erschließt FWZ den internationalen Luftraum

Wien - Zwar ist das Unternehmen mit seinen zwölf Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 1,4 Mio. Euro noch recht zart. Demnächst wollen die vier Anteilseigner (zwei Piloten, ein Techniker, ein Kaufmann) der Wiener Gesellschaft namens Flugwerkzeuge (FWZ) aber den internationalen Himmel erstürmen.

FWZ entwickelt seit 1987 elektronische Flugplanungssysteme - und verkauft sie in alle Welt. In den nächsten zwei Jahren soll der Umsatz auf fünf Millionen Euro steigen, "bis 2010 sind zehn Millionen drin", hofft Marketingchef Christoph Prinz.

Neben der Routenplanung ist FWZ auf "Tankering" spezialisiert: Programme, die für jeden Flug optimale Routenplanung mit optimaler Betankung kombinieren. Ein Produkt, das FWZ laut Prinz weltweit als Einziger anbietet.

Enormes Sparpotenzial

Neben Stammkundin AUA kaufen auch Airlines wie deutsche BA, Swiss oder kanadische Air Transat bei den Wienern ein. Das Sparpotenzial: in vier Monaten hat Transat rund 2,5 Mio. Dollar Spritkosten eingespart, die deutsche BA (15 Boeings 737) rund 1,7 Mio. Dollar in einem Jahr.

Zudem hat FWZ ein Programm entwickelt, mit dessen Hilfe die Fluglinien ihre Verspätungskosten in den Griff bekommen können. Per Mausklick kann eruiert werden, wie viel die Verspätungen der Flieger, die gerade in der Luft sind, kosten.

Vergleichbarkeit

Das Wichtige daran ist die Vergleichbarkeit: Je nachdem, ob ein Flugzeug mehr Touristen an Bord hat (billige Tickets) oder mehr Geschäftsleute (teure Tickets), kann das Personal entscheiden, welchen Flieger es bevorzugt an sein Ziel bringen will.

Produkte, für die sich auch schon die wirklich Großen in Übersee erwärmen. Bei United läuft ein FWZ-Testsystem; die zivile Sparte des Rüstungskonzerns Lockheed Martin ist eine Partnerschaft mit FWZ eingegangen und vertreibt ihre Produkte in den USA und im pazifischen Raum.

Und mit Airbus haben die Wiener einen "Cost-Index-Administrator" entwickelt, mit dem die Piloten ihr Tempo jederzeit so an die Flugbedingungen anpassen können, dass sie am kostengünstigsten unterwegs sind. FWZ-Manager Prinz: "Wir vermarkten das gemeinsam und teilen den Gewinn."

Ein solcher soll heuer übrigens auch erstmals in der FWZ-Bilanz auftauchen. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.01.2005)

  • Der Marketing-Mann von FWZ, Christoph Prinz, hofft, dass sich die Kooperation mit Airbus als Turbo fürs Geschäft erweist.
    foto: der standard/regine hendrich

    Der Marketing-Mann von FWZ, Christoph Prinz, hofft, dass sich die Kooperation mit Airbus als Turbo fürs Geschäft erweist.

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