Quartett kämpft um drei Abfahrtsplätze

2. Februar 2005, 10:07
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Walchhofer und Grugger sind Fixstarter - Olympiasieger Maier und Strobl müssen wie Franz und Gruber in die Qualifikation

Bormio - Die ÖSV-interne Qualifikation für die WM-Abfahrt der Herren in Bormio ist äußerst prominent besetzt. Nur Titelverteidiger Michael Walchhofer und Senkrechtstarter Johann Grugger haben ihren Startplatz bei der Samstag-Abfahrt fix in der Tasche, die beiden Olympiasieger Fritz Strobl und Hermann Maier, Val d'Isere-Sieger Werner Franz sowie der aufsteigende Form zeigende Christoph Gruber müssen hingegen in die Qualifikation, in der es - wenn alles nach Plan läuft - am Dienstag um die restlichen drei Startplätze geht.

Quali am Dienstag oder Mittwoch

Geplant ist die Quali für Dienstag, also für das zweite Abfahrtstraining. Sollten die relativ schlechten Wetterprognosen für Dienstag Wirklichkeit werden, dann wird die Ausscheidung auf Mittwoch verschoben. Wenn auch da kein Training stattfinden kann bzw. keine fairen Bedingungen vorherrschen, dann wird es laut ÖSV-Herrenchef Toni Giger "eine neue Entscheidung" geben. "Es wird jeweils vor dem Training bekannt gegeben, ob das Training als Quali gilt. Das erste Training am Montag wird in die Entscheidung nicht miteinbezogen."

Keine leichte Entscheidung

Giger begründete die Entscheidung folgendermaßen: "Grugger hat zwei Siege zu Buche stehen und hebt sich damit vom Rest ab, deshalb hat er neben Titelverteidiger Walchhofer einen Fixplatz. Bei den anderen vier hat sich ein sehr ausgeglichenes Bild ergeben. Entscheidend waren die Resultate sowie die Formkurve." Der Salzburger bestätigte, dass es innerhalb seiner Crew reichlich Kopfzerbrechen gab: "Bei so einer starken Mannschaft ist so eine Entscheidung nie leicht."

Maier verschwitzt

Die ÖSV-Trainer informierten die Läufer im Rahmen einer Mannschaftssitzung, gefehlt hat bei dieser - so wie auch bei der anschließenden Pressekonferenz - Hermann Maier. Giger wischte jedoch Spekulation, wonach dies aus Frust über den Gang in die Quali geschehen sei, vom Tisch. "Er hat es im wahrsten Sinne des Wortes verschwitzt, er ist nämlich auf dem Ergometer gesessen. Die Entscheidung stellt kein Problem für ihn dar, er hat damit gerechnet."

Franz enttäuscht

Nicht damit gerechnet hat hingegen Werner Franz. "Für mich ist diese Entscheidung enttäuschend. Bis heute bin ich davon ausgegangen, dass ich einen Fixplatz habe. Nach 15 Jahren im ÖSV bin ich wieder einmal eines Besseren belehrt worden. Eines ist fix, dass ich mich von diesen Herren nicht aus der Ruhe bringen lasse, auch wenn sie sich noch so anstrengen", sagte Franz im ORF-WM-Studio mit Blick auf Toni Giger.

Strobl verständnisvoll

Fritz Strobl, der am vergangenen Donnerstag die Super-G-Quali auf dem Patscherkofel gegen Stephan Görgl verloren hatte, war etwas verständnisvoller: "Ich habe meine Leistungen in diesem Winter einfach nicht ins Ziel gebracht, die Ergebnisse ganz vorne haben gefehlt. Die Trainer entscheiden eben."

Gruber gelassen

Und Christoph Gruber, der mit drei Top-Ten-Ergebnissen in der Abfahrt in Folge gerade noch auf den WM-Zug aufgesprungen war, hatte überhaupt keinen Grund zur Klage. "Für mich ist das nichts neues, ich bin im Herbst auch schon Quali gefahren. Ich habe es so kommen gesehen." (APA)

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    Auch Hermann Maier muss sich erst einmal qualifizieren.

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