Dubai ist neuer Großaktionär bei DaimlerChrysler

7. Februar 2005, 14:26
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Neben Deutscher Bank und Kuwait

Dubai/Stuttgart - Das Emirat Dubai ist nach der Deutschen Bank und Kuwait neuer Großaktionär beim Stuttgarter Autokonzern DaimlerChrysler. Die Dubai Holding, ein staatlicher Investmentfonds, habe eine Milliarde Dollar (767 Mio Euro) in Aktien des Unternehmens investiert, teilte der Fonds am Sonntag mit. Ein DaimlerChrysler-Sprecher bestätigte den Kauf, der die Anteile der Deutschen Bank (10,4 Prozent) und Kuwait (7,2 Prozent) nicht verändert habe. Der Anteil der Dubai Holding, nach eigenen Angaben jetzt drittgrößter Aktionär, dürfte bei ungefähr zwei Prozent liegen. Der Rest der Aktien ist in Streubesitz.

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp war im vergangenen Herbst bei einer Investorenkonferenz in Dubai, um dort für Investitionen in das Unternehmen zu werben. Das Stuttgarter Unternehmen begrüßte das langfristig orientierte Engagement der Dubai Holding.

Holding Chef, Mohammed Al Gergawi, betonte: "Wir sind stolz darauf, das künftige Wachstum des Unternehmens zu unterstützen. Wir haben volles Vertrauen in das Management unter der kompetenten Führung des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp." Mit der Akquisition eines Anteils an einer der renommiertesten Firmen der Welt habe sich die Holding als ein bedeutender internationaler Investor positioniert, hieß es. Nach eigenen Angaben untersucht der Fonds gegenwärtig weitere Anlagemöglichkeiten.

Nach Worten von Gergawi wurde zum richtigen Zeitpunkt investiert, um die Früchte der Fusion mit dem US-Autobauer Chrysler zu ernten. DaimlerChrysler sei nun bereit, die Führung in der Automobilindustrie zu übernehmen.

Ende Oktober hatte der Konzern bei der Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal 2004 mitgeteilt, das einstige Sorgenkind Chrysler habe seinen Gewinn erneut gesteigert. Der US-Autobauer verdiente in neun Monaten bereits eine Milliarde Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Chrysler noch einen Verlust von 650 Millionen Euro erwirtschaftet. Damals hatte DaimlerChrysler für das Gesamtjahr prognostiziert, seinen operativen Gewinn im Vergleich zum bereinigten Vorjahreswert (5,1 Milliarden Euro) "deutlich" steigern zu können.

Produktion in Dubai möglich

Das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörende Emirat Dubai will seine Wirtschaft von den Einnahmen aus dem Verkauf der schwindenden Öleinnahmen unabhängiger machen. Branchenexperten äußerten die Vermutung, dass sich DaimlerChrysler in Dubai womöglich nun auch in der Produktion engagiert. "Das könnte ähnlich laufen wie der Deal in Abu Dhabi, wo VW eine Produktionslinie aufbaut", sagte Walid Schihabi von der in Dubai ansässigen Investmentbank Shuaa Capital.

Volkswagen ist eine größer angelegte Kooperation mit Abu Dhabi eingegangen. So will Europas größter Autohersteller im kommenden Jahr in dem Golfemirat mit der Montage von Lastwagen beginnen. Zudem waren beide Seiten im vergangenen Jahr überein gekommen, in Abu Dhabi ein Unternehmen zur Ansiedlung von Zulieferfirmen zu gründen. Ferner sind VW und das Emirat über den niederländischen Flottenmanagement-Spezialisten LeasePlan miteinander verbunden, an dem der Autobauer 50 Prozent und eine Entwicklungsgesellschaft aus Abu Dhabi 25 Prozent übernommen hatte. (APA/dpa/Reuters)

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