ETA-Anschlag auf Hotel im Südosten Spaniens

1. Februar 2005, 11:17
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Zwei Verletzte - Baskische Terrororganisation hatte vor Explosion gewarnt

Madrid - Die baskische Untergrundorganisation ETA hat am Sonntag offenbar einen Anschlag auf ein Hotel in der Stadt Denia an der spanischen Mittelmeerküste verübt. Wie das Innenministerium in Madrid mitteilte, explodierte der Sprengsatz um 15.15 Uhr im Hotel Port Denia, 40 Minuten nach Eingang einer telefonischen Warnung im Namen der ETA.

Das Hotel in der Nähe der Stadt Alicante wurde umgehend nach Eingang der Warnung geräumt. Zwei Menschen seien durch die Explosion leicht verletzt worden, meldete die spanische Tageszeitung "El Mundo" in ihrer Internetausgabe unter Berufung auf Sanitäter. Die Detonation habe sich einige Minuten früher als vorhergesagt ereignet. Nach Angaben der spanischen Regierung entstand im zweiten und dritten Stockwerk des Hotels großer Sachschaden.

Die Untergrundorganisation kämpft seit 37 Jahren für eine Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien und Frankreich. Bisher sind dabei rund 850 Menschen gestorben. Die ETA hat in der Sommerzeit wiederholt Anschläge auf Hotels in Urlaubsregionen verübt, um touristischen und wirtschaftlichen Interessen Spaniens zu schaden. Nach einigen Festnahmen hochrangiger ETA-Vertreter in den vergangenen Jahren gilt die Terrororganisation als geschwächt.

Anders als ihr konservatives Vorgängerkabinett hat sich die seit März des Vorjahres amtierende sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero offen zu Verhandlungen mit der ETA gezeigt, sollte diese einen Waffenstillstand verkünden. Medienberichten zufolge lässt Zapatero schon seit vergangenem Mai von einem engen Vertrauten die Möglichkeit von Verhandlungen mit ETA-Vertretern ausloten. (APA/AP)

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