Zakopane hat seinen König

12. Februar 2005, 13:54
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Adam Malysz gewann auch das zweite Springen vor heimischen Publikum - Ahonen und Lökelsoy auf den Plätzen - Höllwarth Sechster

Zakopane/Polen - Österreichs Skispringer haben Zakopane, die drittletzte Weltcup-Station vor den Weltmeisterschaften in Oberstdorf (16.-27.2.), ohne Podestplatz verlassen. Martin Höllwarth belegte am Wochenende als bester ÖSV-Athlet zwei Mal den sechsten Platz, jeweils rund 20 Punkte hinter dem Sieger. Der hieß am Sonntag neuerlich Adam Malysz. Der polnische Lokalmatador schaffte - angefeuert von rund 30.000 Fans - mit Bestweite in beiden Durchgängen (jeweils 132,0 m) das Double.

Zu Tränen gerührt

"Daheim zu gewinnen ist ein wunderschönes Gefühl. Ich muss zugeben, dass mir heute eine Träne über die Wange gelaufen ist", sagte der Publikumsliebling. Bei seinem vierten Saisonerfolg, dem insgesamt 28. seiner Karriere, hatte der Schützling von Heinz Kuttin 7,3 Punkte Vorsprung auf den zwölffachen Saisonsieger Janne Ahonen (FIN) und 14,5 auf den Norweger Roar Ljökelsöy, mit dem er sich am Vortag den ersten Platz geteilt hatte.

Ahonen hatte als vorletzter Springer 132,0 m vorgelegt, doch Malysz stellte diese Höchstweite ein und erfüllte damit die Erwartungen der Fans nach zwei dritten Plätzen 2003 und zwei zweiten Rängen 2004 vollauf. "Janne - not in our home", hatten Malysz-Anhänger auf ein Transparent geschrieben. "Ich hätte nichts dagegen, wenn mein 13. Sieg erst in Oberstdorf folgt", replizierte Ahonen, "Vielleicht gewinne ich nächstes Jahr in your home".

Zurückgekehrter Automatismus

Polen-Coach Kuttin kennt den Grund für die Überlegenheit von Malysz. "Sein Automatismus beim Absprung kehrt zurück. Wenn man wie bei Adam den Eindruck hat, dass der Springer am Schanzentisch völlig teilnahmslos ist, dann bedeutet dies eine große Form. Dann will er nichts erzwingen und springt locker ab", sagte der Kärntner.

Höllwarth steigerte sich am Sonntag im Finale auf 129,0 m, doch ansonsten lag er stets zwischen fünf und acht Meter hinter dem Tages-Besten Malysz, der ihn im Gesamt-Weltcup überholte und sich auf Rang zwei schob. "Höllwarth, Widhölzl und Morgenstern (zwei Mal Zwölfter, Anm.) sind nicht optimal mit der Schanze zurecht gekommen, haben Fehler eingebaut", sagte ÖSV-Trainer Alexander Pointner über die drei WM-Fixstarter. "Das ist aber kein Problem, auf einer andren Schanze sind sie sicher wieder voll da."

Zufriedener "Swida"

Widhölzl war mit dem siebenten Rang durchaus zufrieden. "Der kurze Schanzentisch in Zakopane liegt mir überhaupt nicht", bekannte der Kulm-Sieger. Er wird nicht zu den kommenden Bewerben am Wochenende nach Japan fliegen, sondern mit Pointner auf einer Normalschanze trainieren. Das Aufgebot für Sapporo (5./6.2.) wird erst am Montag bekannt gegeben.

Von den übrigen Österreichern hat sich in Polen keiner für das WM-Team aufgedrängt, Balthasar Schneider bzw. Wolfgang Loitzl belegten als nächstplatzierte Springer jeweils Rang 20. "Das ist unser Ziel, einen vierten und fünften Mann mit Blickrichtung WM aufzubauen, da brauchen wir einen starken vierten Mann für das Team", erklärte Pointner. (APA)

  • Adam Malysz
    foto:epa/flueeler

    Adam Malysz

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