Schwimmen: Der "Zar" dankt ab

6. Februar 2005, 12:33
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Alexander Popow zog einen Schlussstrich unter eine glanzvolle Karriere, in der er unter anderem vier Olympia­siege feierte

St. Moritz - Alexander Popow hat am Samstag Abend in St. Moritz endgültig seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Russe, auch als "der Zar" bekannt, ist als vierfacher Olympiasieger und mit sechs Welt- und 21 Europameister-Titeln einer der erfolgreichsten Schwimmer aller Zeiten. Zwischen 1992 und 1998 blieb er in allen wichtigen Rennen unbesiegt, ehe ihm der Amerikaner Bill Pilczuk bei der WM 1998 in Perth wieder eine Niederlage zufügte.

Die im vergangenen halben Jahr gereiften Entscheidung gab der 33-Jährige, der seit Jänner 2003 in Solothurn wohnt, anlässlich eines Gala-Diners in St. Moritz bekannt. Es fiel ihm sichtlich schwer, den Rücktritt zu verkünden. Zunächst blickte Popow in einer emotionellen Rede nochmals auf die Geschichte seiner Karriere zurück, bevor er sagte: "Es ist schwerer zu sagen, als ich dachte. Aber 13 Jahre reichen: Ich trete zurück."

Popow, der mit der ehemaligen Schwimmerin Daria verheiratet ist und zwei Söhne (Wladimir und Anton) hat, wird künftig eine Tätigkeit bei seinem langjährigen Hauptsponsors Omega ausüben und bleibt zudem einer von zwölf Athletenvertretern im Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Sein letztes Rennen bestritt Popow am 19. August in Athen. An jenem Ort, wo der aus Swerdlowsk stammende Russe 13 Jahre zuvor als Europameister über 100 m Kraul erstmals ins internationale Rampenlicht getreten war, dankte der Doppel-Olympiasieger von Barcelona 1992 und Atlanta 1996 (jeweils über 50 und 100 m) im Vorlauf über 50 m Kraul ab.

Das schlimmste Erlebnis während seiner Karriere ereignete sich abseits des Bassins: Am 24. August 1996 wurde Popow kurz nach den Olympischen Spielen bei einem Aufenthalt in Moskau niedergestochen und an Lunge, Niere und Rücken verletzt. Nach einer Stunden langen Operation musste er eine fast drei Monate lange Trainingspause einlegen. (APA/SIZ)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Alexander Popow nach seinem Sieg bei den Europameisterschaften in Madrid 2004.

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