Afghanistan: UNO macht Unterstützung von Anti-Drogen-Kampf abhängig

1. Februar 2005, 14:48
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UNODC-Chef Costa zu Gesprächen mit Karzai in Kabul

Kabul - Der Chef des UNO-Büros für Drogen und Kriminalität (UNODC), Antonio Maria Costa, will die Hilfen für Afghanistan vom Kampf der Regierung in Kabul gegen den Drogenanbau abhängig machen. Die internationalen Geber müssten Kabul die Zusage abnehmen, dass es Unterstützung künftig nur noch dann gebe, wenn "im Bezirk, im Dorf, in der Provinz" kein Opium mehr angebaut werde, sagte Costa am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Der UNODC-Chef hält sich derzeit zu einem viertägigen Besuch in Kabul auf, um mit Präsident Hamid Karzai (Karsai) über den Opium-Anbau und -Handel in Afghanistan zu sprechen.

"Drogenstaat" Afganistan

Ende vergangenen Jahres hatte die UNO davor gewarnt, dass Afghanistan zu einem Drogenstaat zu werden drohe. Grund dafür sei der rasante Anstieg der Opiumproduktion in dem Jahr, hieß es in einem in Brüssel vorgelegten UNODC-Bericht. Demnach nahm der Anbau von Schlafmohn mit einer Fläche von 131.000 Hektar im vergangenen Jahr um 64 Prozent gegenüber 2003 zu. Der Wert der daraus hergestellten Opiate von 2,8 Milliarden Dollar (2,15 Mrd. Euro) entspreche über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Afghanistans. Nach der zweitgrößten Opiumernte in der Geschichte des Landes, bei der rund 4200 Tonnen des Stoffes zusammenkamen, ist Afghanistan für 87 Prozent der weltweiten illegalen Opiumproduktion verantwortlich. UNODC nannte diese Zahlen damals wegen der Verbindungen zwischen Drogenhandel und Terrorismus alarmierend.

Das in Wien beheimatete UNODC-Büro forderte seinerzeit Karzai auf, 2005 gegen die Opiumproduktion vorzugehen und zumindest die schweren Fälle von Drogenschmuggel gerichtlich zu verfolgen. Vorgehen müsse die Regierung auch gegen die Korruption in der öffentlichen Verwaltung Afghanistans. Aber auch die ausländischen Regierungen müssten den Kampf gegen die Drogen unterstützen. Gefordert wurde in dem Bericht die Bekämpfung der Armut in den ländlichen Gebieten. (APA/AFP)

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