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Von allen schlucht- und klammartigen Tälern, die von der Hochfläche der Böhmischen Masse zum Strom führen, ist das des Pesenbachs das romantischeste und beeindruckendste, aber nicht das bekannteste. Das Wasser sprudelt über Dutzende Kaskaden, bildet Becken und schuf wohl auch die seltsamen Felsformationen. Da gibt es eine Gaißkirche, ein Steinernes Dachl, einen Teufelsbottich, in dem angeblich der Böse seine Hexen badete, einen Blauen Tümpel – der ebenso blau ist wie die blaue Donau –, einen Sunntümpel oder einen Bachstelzenstein, auf dem sich Gebirgsstelzen tummeln. Und am Ende der Klamm, quasi als Höhepunkt, steht der Kerzenstein, eine schmale Felsnadel, wie man sie anderswo im Granit kaum findet.
Etwas abseits, aber einen Umweg wert, liegt der Schlagerhof, der bereits 1364 urkundlich erwähnt wurde und sich seit 1692 im Besitz der Familie Berger befindet. Der achte Erbe, Franz Berger, eröffnete vor mehr als 20 Jahren in dem ehrwürdigen Gemäuer ein Wirtshaus, das nur Speisen aus biologischer Produktion anbietet. Die Bauernkrapfen sind eine Delikatesse.
Naturschutzgebiet An Abwechslung fehlt es nicht im Pesenbachtal, genausowenig an Romantik. Und obendrein ist eine Runde durch dieses Naturschutzgebiet nicht gerade anstrengend. Wer längere Routen goutiert, hat etliche Erweiterungsmöglichkeiten. Wenn man beispielsweise mit dem Bus anreist, kann man das Pesenbachtal weiter bis Gerling wandern und dann mit der Mühlkreisbahn den Rückweg antreten.
In der Kapelle neben der gefaßten Heilquelle steht die Inschrift „Danket Gott für dieses schöne Tal“. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Man beginnt die Wanderung bei der Kirche in Bad Mühllacken. Vorbei am Flußbad erreicht man bald die Talenge und wählt bei der ersten Weggabel den rechten (östlichen) Ast, der blauweiß und rot markiert ist und die Wegnummer 66 trägt. Gemütlich geht es leicht bergauf, schließlich zweigt man nach rechts zum Schlagerwirt ab, den man nach einer Dreiviertelstunde erreicht.
Nun zurück zum Pesenbach, zu dem man auch über den Höhenweg oder den Schuhplattlersteig kommt, und weiter zum Kerzenstein. Gehzeit ab Schlagerwirt eine Dreiviertelstunde.
Wieder geht man ein Stück zurück bis zum Bach, den man auf der Kerzensteinbrücke überquert. Man folgt den roten Marken (Nummer 4) bis zum Gehöft Grabenmichl, hält sich dort scharf links und steigt auf der roten Markierung Nummer 2 bis zur Talsohle ab. Jetzt bleibt man am rechten (westlichen) Ufer des Baches und wandert – vorbei an der Heilquelle – zum Ausgangspunkt zurück. Gehzeit ab Kerzenstein 1½ Stunden.
Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhendifferenz rund 250 m. Der Schlagerwirt hat Mittwoch Ruhetag. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 31 (Eferding);
Wanderkarte Bad Mühllacken und Umgebung 1:25.000 (der Kerzenstein ist falsch eingezeichnet).
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