Fiat will Verkaufsoption ausüben

7. Februar 2005, 14:35
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Laut Medienberichten wollen Italiener GM zur Zahlung für die Trennung zwingen

Rom - Das Tauziehen zwischen Fiat und dem amerikanischen Partner General Motors (GM) um die Verkaufsoption, die den Detroiter Koloss zum Aufkauf der Fiat-Autosparte zwingen könnte, ist an einem Wendepunkt angelangt. Am Montag will die Turiner Gruppe die Verkaufsoption wahrnehmen, um General Motors unter Druck zu setzen, berichteten italienische Medien am Samstag. Fiat-Chef Sergio Marchionne könnte laut Gerüchten von Detroit zwei Milliarden Euro verlangen, um die Amerikaner von der Aufkaufpflicht zu befreien.

"Keine Angst, Fiat Auto wird in italienischen Händen bleiben. Unsere Rechte sind unbestreitbar und können nicht fehlinterpretiert werden" sagte Marchionne. "General Motors muss kapitulieren und mit dem Geld rausrücken, um sich von der Option zu befreien", sagen Experte in Mailand. Sollte GM für die Trennung von den Italienern nicht zahlen, droht ein langwieriger Rechtsstreit mit schwer übersehbaren Folgen.

Schwere Krise

Fiat und GM hatten die Put-Option im Jahr 2000 verabredet, als der größte US-Autokonzern 20 Prozent des italienischen Herstellers übernahm. Mittlerweile ist die Autosparte von Fiat jedoch in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt. GM-Manager befürchten, die Italiener könnten den Sanierungsfall mittels der Option nun den Amerikanern aufhalsen - die in Europa jedoch mit Opel und Saab zwei eigene Problemfälle haben.

"Wir hoffen, dass sich Fiat von General Motors trennt. Je früher das geschieht, desto besser ist es. Fiat wird ohne GM neue Partnerschaft abschließen können", sagte Gewerkschaftschef Savino Pezzotta am Samstag.

Die Zukunft der Partnerschaft mit GM ist für Fiats Schicksal ausschlaggebend. Die Sanierung schreitet nur mühsam voran. Italiens Autoanalysten blicken gespannt auf den Herbst: Dann wird Fiat sein neues Punto-Modell auf den Markt bringen, und dies wird sich dann gut verkaufen müssen. Andernfalls droht der Autosparte das Aus. Denn der Punto sorgt für 40 Prozent des Fiat-Absatzes. (APA)

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