Schnee in der Sahara

1. Februar 2005, 07:57
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Weiter Winter-Chaos in Südeuropa und Nordafrika - Schnee in Sahara, Kältetote in Spanien, minus 39 Grad in Bayern

Hamburg - Weiter Winter-Chaos in Südeuropa und Nordafrika: Zum ersten Mal seit 27 Jahren hat es in der algerischen Sahara wieder geschneit. In Spanien forderte die Kältewelle ein drittes Todesopfer. Und in Italien saßen Autofahrer drei Tage auf der Autobahn Salerno-Reggio Calabria im Schnee fest. Zahlreiche Menschen erfroren oder starben bei wetterbedingten Unfällen.

Kältewelle in Algerien

In Deutschland, das sich einige Tage fast ganz in weiß präsentierte, war es in der Nacht zum Samstag im Süden bitterkalt: Der Wetterdienst Meteomedia meldete vom 1600 Meter hoch gelegenen Funtensee im Berchtesgadener Land minus 39 Grad.

Die ungewöhnliche Kältewelle in Algerien drang sogar in die Sahara vor. Eine dichte Schneeschicht bedecke den Boden in der Region um Ghardaia etwa 800 Kilometer südlich von Algier, berichteten algerische Medien am Samstag. Seit vergangenem Montag haben Schnee, vereiste Straßen und Minustemperaturen in dem nordafrikanischen Staat zahlreiche Verkehrsunfälle verursacht, bei denen mindestens 20 Menschen starben. Auch defekte Gasheizungen verursachten mehrere Todesfälle.

Tote in Spanien

Auch in Spanien starben drei Menschen an den Folgen der Kälte. Spaniens Landwirte beklagen millionenschwere Einbußen. Entlang der Mittelmeerküste sei die Ernte zu 90 Prozent verloren. Betroffen seien vor allem Zitrusfrüchte, aber auch Tomaten, Artischocken, Broccoli und Kopfsalat. Der Bauernverband sprach von "Schäden historischen Ausmaßes".

Schneemassen auf italienischer Autobahn

Auf der süditalienische Autobahn Salerno-Reggio Calabria saßen mehrere hundert Auto- und Lastwagenfahrer seit Mittwoch in den Schneemassen fest. Erst am Samstag gelang es den Hilfskräften mit schwerem Gerät, auch die letzten Pkw- und Lkw-Fahrer aus ihrer dramatischen Lage zu befreien. Die italienische Regierung entschuldigte sich bei den Menschen, die drei Tage in ihren Fahrzeugen ausharren mussten. In Neapel verwandelten am Samstag Hagel und Schnee die Straßen in Rutschbahnen.

Wetterchaos in Nordgriechenland

Heftiger Schneefall hat am Samstag auch den Verkehr in Nordgriechenland behindert. Mehr als 50 Dörfer an der albanisch- griechischen Grenze waren am Samstag von der Außenwelt abgeschnitten. Ähnlich sei die Situation auf der albanischen Seite, meldete das griechische Fernsehen. Im Länderdreieck Bulgarien, Griechenland, Türkei drohen wegen der Schneeschmelze des Grenzflusses Evros Überschwemmungen.

Auf der Mittelmeerinsel Korsika behinderten ungewöhnliche heftige Schneefälle den Verkehr. Flugzeuge konnten von Bastia am Samstag nur mit stundenlanger Verspätung starten, weil die Pisten geräumt und Flugzeuge enteist werden mussten.

Meteorologen und Alpenvereine haben in einigen Landesteilen Österreichs, insbesondere Tirol, wegen des Neuschnees die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. In ganz Österreich, besonders aber in den Alpenregionen, herrscht strenger Frost. In Seefeld wurden in der Nacht zum Samstag minus 26 Grad gemessen. Einige Landesteile in der Schweiz erlebten die kälteste Nacht dieses Winters mit etwa minus zwölf Grad. Den Rekord halte aber La Brevine im Neuenburger Land mit minus 29,1 Grad. (APA/dpa)

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    Auch in Algier haben die Bewohner mit einer ungewöhnlichen Kältewelle zu kämpfen.

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