Millionen mit dem Internet

18. Februar 2005, 13:21
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derStandard.at begann mit drei Mitarbeitern, war zwischendurch schon 75 Euromillionen wert

1. Meldung unter der Adresse http://derStandard.at am 1. Februar 1995? Das wissen selbst die drei Mitarbeiter der ersten Stunde nicht mehr.

25 Artikel pro Tag fand man vor zehn Jahren unter derStandard.at. Heute sind es täglich mehr als 500. Dazu braucht es 2,5 Kilogramm Kaffee pro Woche, sagt das Rechnungswesen. Apropos Rechnung:

4,000.000, also vier Millionen Euro setzte derStandard.at 2004 mit 79 Mitarbeitern um. Die Frage nach dem Ergebnis beantwortet der Vorstand mit "positiv".

Viel Geld hätte Eigentümer und STANDARD-Herausgeber Oscar Bronner möglicherweise auf dem Höhepunkt der Hype um die New Economy anno 1999/2000 mit derStandard.at an der Börse machen können: 75 Millionen Euro war der Onlinedienst nach ernst gemeinten Bewertungen damals wert.

230.000 Menschen in Österreich nutzten vor zehn Jahren intensiv das Internet, sagen Marktforscher. Heute sollen es mehr als 3,1 Millionen sein.

949 davon sind geladen zur Zehnjahresfete, womit die Location an ihre Belastungsgrenzen stoßen dürfte. Darunter wohl viel Werbeprominenz. Auch dazu gibt es Zahlen:

1245 Schilling, also rund 90 Euro musste die Creditanstalt zahlen, um 1996 den allerersten Werbebutton eine Woche lang auf der Einstiegsseite von derStandard.at zu platzieren. Eine vergleichbare Werbeform kostet dort derzeit 6000 Euro für sieben Tage. Den sehen dann aber auch einige: 814.157 so genannte Unique User bescheinigte die Webanalyse dem Online-STANDARD im Dezember. Diese ÖWA kann nur die Geräte registrieren, mit denen Menschen zum Beispiel derStandard.at besuchen. Tut eine/r das auf dem Büro-PC und daheim, zählt der eine Mensch als zwei Unique User. Surft aber die ganze Familie auf einem PC, zählt sie nur als einer. Und was suchen diese User?

1. Rang unter den Ressorts mit den meisten Unique Usern: derStandard.at/Web vor Politik, Chronik und Wirtschaft, dahinter liegen Sport, Medien/ Werbung, Kultur und Wissenschaft gleichauf.

110.983 Zugriffe und an die 7700 Postings erreicht die Bundesligatabelle. Die ist allerdings - laufend aktualisiert - schon rund ein Jahr im Netz. Zum Vergleich: Die Tsunami-Katastrophe zählte in der ersten Woche trotz Urlaubszeit mehr als 150.000 Zugriffe. Gleich hinter der Bundesligatabelle kommen in der Zugriffsstatistik die Abo-Angebote für den gedruckten STANDARD. Hat derStandard.at den STANDARD nicht Leser und Käufer gekostet? Im Gegenteil: 390.000 Menschen lesen laut der aktuellsten Media-Analyse den STANDARD. 1993 waren es noch 293.000. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 29./30.1.2005)

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