"Der Erfolg liegt im sozialen Lernen"

14. Februar 2005, 11:00
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Klagenfurter Versuchsmodell an der Übungsvolksschule der Pädak läuft seit 1997

An der Übungsvolksschule der Pädagogischen Akademie in Klagenfurt läuft das ganztägige Schulversuchsmodell bereits seit 1997. Es ist ein Bundesmodell, das sich, so Pädak-Direktor Josef Hieden, "äußerst erfolgreich entwickelt hat". Rund die Hälfte der Schüler an der Übungsvolksschule nutzen dieses Angebot. Derzeit gibt es vier Gruppen zu insgesamt etwa 70 Kindern. Ihnen steht nach der regulären Schulzeit ein abwechslungsreiches Nachmittagsangebot gegenüber, das in den Jahren sukzessive verbessert wurde. Mittagessen gibt es in der Pädak-Kantine. Danach werden die Kinder bis 17 Uhr betreut.

Neben einem Hallenbad und diversen Sporteinrichtungen stehen den Kindern in den Klassen Computer zur Verfügung. Es gibt - natürlich - auch eigene Spielecken für die Schüler.

Die Nachmittagsbetreuung wird flexibel gehandhabt. Eltern müssen ihre Kinder auch nicht zum Essen anmelden. "Der wesentliche Erfolg dieses Modells liegt im Bereich des sozialen Lernens", sagt Hieden. Auch die Lehrer würden profitieren, da sie die Kinder, die sie vormittags unterrichten auch in der Freizeit erleben und damit "viel besser einschätzen könnten". Vier Lehrer wurden für die Nachmittagsbetreuung zusätzlich eingestellt. Auch bei den Kosten für die Ganztagsbetreuung an der Übungs-VS gibt man sich flexibel. So gäbe es zum Beispiel Ermäßigungen für finanziell Schwächere.

Landeshauptmann Jörg Haider will seinerseits ein Kärntner Ganztagsmodell für den Bund ausarbeiten lassen. Das soll alle Schüler von sechs bis 15 Jahren umfassen. Doch dieses Konzept wird vom Kärntner Koalitionspartner SPÖ nicht unbedingt als zielführend gesehen. Denn es würde bedeuten, dass die Differenzierung in der Oberstufe erst ein Jahr später stattfindet. "Wir bevorzugen eine integrierte Gesamtschule, die vor allem die zehn bis 14-Jährigen berücksichtigt", sagt Landesschulratsvizepräsident Rudi Altersberger.

Kärnten-weit befinden sich etwa 2000 Kinder in ganztägigen Schulformen, vor allem in Hauptschulen. Laut einer Umfrage wollen 36,7 Prozent der Eltern von Pflichtschülern im städtischen Bereich ganztägige Schulformen. Am Land ist das Interesse mit 26,7 Prozent deutlich geringer. (DER STANDARD, Elisabteh Steiner, Printausgabe, 29./30.1.2005)

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