Analyse der Hirnvorgänge nach einem Schlaganfall

4. Februar 2005, 14:46
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Studie: Entfernung der Kalziumionen aus den Nervenzellen das Hauptproblem

Leicester - Wissenschafter des Medical Research Council haben die genauen Vorgänge beim Tod von Gehirnzellen nach einem Schlaganfall erforscht. Entscheidend ist eine Überlastung mit aufgeladenen Kalziumpartikeln oder -ionen. Ist das Gehirn durch den verringerten Blutfluss arm an Sauerstoff, kommt es zu Vorgängen, die zu gefährlich hohen Mengen von Kalziumionen in den Gehirnzellen führen. Das Team geht davon aus, dass die Korrektur dieses Ungleichgewichts Schlaganfallpatienten Vorteile bringen würde. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin "Cell" veröffentlicht.

Experten hatten laut BBC bereits seit einiger Zeit angenommen, dass Kalzium eine entscheidende Rolle spielt. Die Forschung konzentrierte sich jedoch hauptsächlich auf den Versuch, das Eindringen der Kalziumionen in die absterbenden Nervenzellen zu verhindern. Die aktuelle Studie geht jedoch davon aus, dass das Hauptproblem ein Fehler in jenem Mechanismus ist, der die Kalziumionen aus den Nervenzellen entfernt. Das Team um Pierluigi Nicotera untersuchte, was im Gehirn von Ratten passiert, wenn diese Tiere einen Schlaganfall erleiden. Wurde die Blutzufuhr zum Gehirn unvermittelt gestoppt, setzten die Nervenzellen Chemikalien frei, die sie zur Kommunikation untereinander einsetzen. Eine dieser Chemikalien, Glutamat, verursacht durch das Auslösen der Freisetzung einer Flut von Kalziumionen in die betroffenen und benachbarten Nervenzellen umfangreiche Schäden. Dieser Kalziumzustrom aktiviert Enzyme, so genannte Calpains, die ein Protein in der äußeren Membran der Nervenzellen abbauen, das normalerweise Kalzium aus den Zellen entfernen würde. (pte)

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