Österreich von Jobabbau nicht betroffen

3. Februar 2005, 14:50
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Rund 1.250 Mitarbeiter werden abgebaut, etwa die Hälfte davon in Deutschland - Festnetzgeschäft wird abgespeckt

München - Der Siemens-Konzern will in seiner Telekommunikationssparte zusätzlich rund 1.250 Stellen streichen. Davon sind in Deutschland 600 Mitarbeiter im Festnetzgeschäft an drei Standorten in Berlin und München betroffen, wie Siemens am Freitag in München mitteilte. Außerdem gebe es Pläne, rund 650 Arbeitsplätze des Geschäftsgebiets in Vertriebsregionen im Ausland abzubauen.

Die Stellenstreichungen werden auf Österreich aber keine Auswirkungen haben, erklärte Siemens-Generalsekretär Karl Strasser am Freitag gegenüber der APA. "Wir sind nicht betroffen", so Strasser.

"Nicht zwingend Entlassungen"

Begründet wurden die Stellenkürzungen im Telefonsektor mit "unverändert schwierigen Rahmenbedingungen und dem Kostendruck im Festnetzgeschäft". "Die erhoffte nachhaltige Wende auf dem Markt für Festnetztechnik ist bislang ausgeblieben, Überkapazitäten erfordern deshalb auch eine Anpassung der Mitarbeiterzahl" hieß es am Freitag von Seiten des Münchner Konzerns.

Neue Schwerpunkte

Das Festnetzgeschäft gehört seit dem vergangenen Jahr zum neu gegründeten Bereich Communications (Com), in dem die früheren Siemens-Teile Communication Networks (ICN) und Information and Communication Mobile (ICM) aufgegangen sind. Der Leiter des Bereichs Communications, Lothar Pauly, erklärte, der Stellenabbau sei "nicht zwingend mit Entlassungen gleichzusetzen". Ziel sei es, den betroffenen Mitarbeitern "im Rahmen des Möglichen neue Aufgaben innerhalb von Siemens zu vermitteln oder sozialverträgliche Lösungen zu finden".

Das Festnetzgeschäft werde sich fortan auf den Ausbau von Sprach- und Datenvermittlungssystemen konzentrieren und setze gleichzeitig auf neue Wachstumsfelder wie Voice over IP sowie Anwendungen und Dienstleistungen für Breitbanddienste oder Unterhaltungselektronik, erklärte Pauly weiter.

Com ist mit einem Umsatz von 4,2 Milliarden Euro im ersten Quartal der mit Abstand größte Siemens-Bereich. (APA)

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