Viktoriasee ökologisch bedroht

2. Februar 2005, 13:51
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Ernennung zum "Bedrohten See des Jahres 2005" - rund 200 Fischarten vom Aussterben bedroht

Radolfzell/Nairobi - Der Viktoriasee, Afrikas größter Süßwassersee, ist der "Bedrohte See des Jahres 2005". Die Ernennung soll auf die ökologische Bedrohung des Gewässers durch Überfischung aufmerksam machen, teilte die Umweltstiftung Global Nature Fund am Donnerstag in Radolfzell mit. Etwa 200 Fischarten, die in dem See lebten, seien vom Aussterben bedroht.

Wegen der schlechten Wirtschaftslage in den Anrainerstaaten Tansania, Kenia und Uganda sei die Zahl der Fischer dramatisch angewachsen. Der in den sechziger Jahren eingeführte Viktoriabarsch, ein Raubfisch, der bis zu 70 Kilogramm wiegt, habe zahlreiche andere Arten fast vollständig ausgerottet.

Zudem werde der See durch Abwässer der wachsenden Siedlungen und der Industrie verschmutzt. Weite Teile des Ufers seien wegen des steigenden Bedarfs an Brennmaterial und Ackerland zerstört. Dadurch sei auch der Lebensraum für Flusspferde eingeschränkt, die im Sumpfpapyrus leben. Mit deutscher Hilfe werden Fischer angeleitet, moderne Fischräucheröfen zu nutzen, die mit weniger Brennmaterial auskommen. Am 2. Februar erinnert der Welttag der Feuchtgebiete an die Notwendigkeit, diese Ökosysteme zu erhalten. (APA/dpa)

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    Der Viktoriasee ist der "Bedrohte See des Jahres 2005".

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