Finnland führt beim nachhaltigen Umweltschutz

2. Februar 2005, 13:50
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US-Vergleichsstudie: Österreich findet sich am zehnten Platz

Davos - Finnland, laut PISA-Studie bereits in der Bildungspolitik führend, ist auch im nachhaltigen Umweltschutz am erfolgreichsten. Experten und Wissenschafter der amerikanischen Universitäten Yale und Columbia stellten am Freitag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Vergleichsstudie vor, die anhand eines Punktesystems die Einstufung von Ländern in eine Rangfolge ermöglicht. Österreich belegte den zehnten Platz.

ESI

Belgien steht als schlechtestes EU-Land auf dem 112. von 146 Plätzen. Die Spitzenpositionen erklären die Forscher mit hohen Werten für den Reichtum an Natur und Bodenschätzen, relativ niedriger Bevölkerungsdichte sowie "erfolgreichen Maßnahmen zur harmonischen Gestaltung von Umweltschutz und wirtschaftlicher Entwicklung". Insgesamt gebe es in dem "Environmental Sustainability Index" (ESI) 21 Indikatoren, anhand derer die Länder miteinander verglichen werden können, erklärten die Forscher.

"Der ESI ist ein nützliches Instrument, um Leistungen und nachhaltigen Umweltschutz auf Länderebene und anhand von Themengebieten zu messen und zu quantifizieren", sagte Yale-Professor Daniel Esty, Erfinder des Indexes. "Indem wir die führenden Länder und die Schlusslichter im nachhaltigen Umweltschutz hervorheben - ein unter Regierungen gern vermiedener Schritt -, schaffen wir Wettbewerbsdruck unter den Ländern, der langfristig zu Verbesserungen führt."

Die USA

Die USA werden in der Liste an 45. Stelle geführt. Das Abschneiden in der laut Presseerklärung "oberen Mittelklasse" gehe auf hervorragende Ergebnisse in den Bereichen Wasserqualität und Umweltschutzkapazität zurück, die von schlechten Werten bei Müllaufkommen und Treibhausgasemissionen nach unten gedrückt würden.

Großbritannien erreicht in der Tabelle den 66. Platz, Spanien den 76., Tschechien den 92. und Polen den 102. Rang. Die Autoren erklären dazu, dass das Pro-Kopf-Einkommen zwar ein wichtiger Faktor sei, aber nicht der einzige für eine gute Platzierung. EU-Schlusslicht Belgien habe zwar ein vergleichbares Pro-Kopf-Einkommen wie Schweden, komme aber eklatant abgeschlagen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Demokratischen Republik Kongo ins Ziel.

"Prinzipiell sehen wir den ESI als ein Instrument, das Umweltpolitik empirischer und analytisch fundierter machen kann", erklärte Esty. "Solch eine Wende zu quantitativen politischen Entscheidungsprozessen kommt einer Revolution im Umweltbereich nahe." Der Dekan der Forst- und Umweltschule der Yale-Universität, Gus Speth, sagte, alle könnten etwas von den an der Spitze platzierten Ländern lernen.

Die zehn bestplatzierten Länder

1. Finnland, 2. Norwegen, 3. Uruguay, 4. Schweden, 5. Island, 6. Kanada, 7. Schweiz, 8. Guyana, 9. Argentinien, 10. Österreich. (APA/AP)

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