Bestimmen, wo die Gebühren hingehen

14. Juli 2005, 14:15
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Zum zweiten Mal konnten Studierende mitbestimmen, was mit ihren Studiengebühren passiert. Drei vom Senat festgelegte Kategorien für die Zweckwidmung standen zur Wahl

In den vergangenen Tagen fand zum zweiten Mal die Abstimmung über die Zweckwidmung der Studiengebühren statt. Drei vom Universitäts-Senat festgelegte Kategorien standen zur Wahl, jede davon mit verschiedenen Schwerpunkten. Einer der drei Vorschläge muss dabei von den StudierendenvertreterInnen im Senat stammen.

Rechtsgrundlage für die Zweckwidmung ist das UG 2002. Nachdem die Gebühren im Jahr 2004 erstmals im Budget der Universitäten verbleiben, sollen Studierende eine Möglichkeit der Mitbestimmung erhalten. Der Senat legt jedes Studienjahr Kategorien für die Zweckwidmung fest. Dabei haben die Vertreterinnen und Vertreter der Studierenden im Senat das Recht, mindestens eine Kategorie zu bestimmen, die der Senat dann berücksichtigen muss. Die drei Vorschläge werden dann den Studierenden zur Abstimmung vorgelegt. Alle Kategorien sehen – in unterschiedlicher Gewichtung – eine Zweckwidmung für die Bereiche Lehre, Ausstattung, Internationales, Soziales und Forschung vor.

Folgende drei Kategorien standen zur Wahl:

Vorschlag 1: Ausstattung 35 %, Lehre 25 %, Forschung 20 %, Internationale Mobilität 15 %, Soziales 5 %

Wer diesen Vorschlag wählt, spricht sich für bessere Ausstattung (Räume, EDV-Arbeitsplätze, Labors etc.), ein breites Lehrangebot und die verstärkte Integration Neuer Medien, die Förderung von Doktoratsprojekten und -stellen, Reisekostenzuschüsse und Mobilitätsstipendien für DiplomandInnen und DoktorandInnen und die Unterstützung von Studierenden in Notsituationen oder mit Betreuungspflichten aus.

Vorschlag 2: Strukturierte DoktorandInnenprogramme 35 %, Ausstattung 30 %, Lehre 30 %, Soziales 5 %

Im Rahmen dieses Vorschlages soll der Schwerpunkt der finanziellen Förderung im Bereich der DiplomandInnen- und DoktorandInnenausbildung liegen. Strukturierte, möglichst inter- und transdisziplinär vernetzte DoktorandInnenprogramme mit Workshops und Auslandsaufenthalten sollen jungen WissenschafterInnen den Einstieg in internationale Arbeitsgruppen erleichtern. Weiters wird in diesem Vorschlag auch großes Augenmerk auf eine Verbesserung der Ausstattung sowie einer Sicherung des breiten Lehrangebotes gelegt.

Vorschlag 3: Lehre 60 %, Forschung 15 %, Ausstattung 15 %, Soziales 5 %, Internationales 5 %

Diese Kategorie möchte die Studienbeiträge verwenden für z.B. ein vermehrtes Lehrangebot, auch im Bereich der Freien Wahlfächer, die Implementierung neuer Masterstudienprogramme, die Umsetzung der Europäischen Studienarchitektur, die Unterstützung Neuer Medien und Laborerneuerungen in naturwissenschaftlichen Fächern; weiters die Umsetzung von Doktoratsprogrammen und die Unterstützung von Dissertationsprojekten und wissenschaftlichen Publikationen, für verschiedene Projekte im Bereich Internationales (Joint-Degree-Programme, Advisorsystem etc.) sowie ebenfalls für bessere infrastrukturelle Ausstattung und die Unterstützung von Studierenden in Notsituationen oder mit Betreuungspflichten.

Ergebnisse

Insgesamt beteiligte sich an der Uni Wien wie schon im vergangenen Semester nur ein geringer Teil der Studierenden an der Zweckwidmung: 4 Prozent aller Studierenden. Obwohl im Wintersemester 2004/05 61.711 Studierende auswahlberechtigt waren, wollten nur 2502 Studierende über die Verwendung der Studienbeiträge abstimmen.

Die Studierenden an der Universität Wien entschieden sich – ebenfalls wie schon im vergangenen Semester – mehrheitlich für Kategorie drei. Diese legt fest, dass 60 Prozent der zweckgewidmeten Studienbeiträge in die Lehre, jeweils 15 Prozent in die Forschung und die Ausstattung sowie jeweils 5 Prozent in Soziales und Internationales fließen.

Geringe Beteiligung

Bei der letzten Abstimmung im Sommersemester 2004 waren beispielsweise 57.897 Studierende der Universität Wien wahlberechtigt, es beteiligten sich allerdings nur 3337 Studierende (5,76%). Mit ein Grund für die geringe Beteiligung dürfte ein Boykott-Aufruf der HochschülerInnenschaft an der Universität Wien gewesen sein.

An der TU-Wien ist die Begeisterung für die Mitbestimmung größer: Von 14.927 wahlberechtigten Studierenden haben 4.375 einen Vorschlag abgegeben, das sind 29,3 %. Gefordert wurde vor allem ein Ausbau der Lehrveranstaltungen, dicht gefolgt von besserer Laborausstattung. (az)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wahlurnen gibt es nicht mehr: Die Abstimmung läuft elektronisch ab

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