Franzobel und Jonke sollen Stücke für die Burg schreiben

3. Februar 2005, 12:05
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Uraufführungstermin für Menasses "Staatstheater" steht noch nicht fest

Wien - Die österreichischen Autoren Gert Jonke und Franzobel arbeiten an Auftragswerken für das Wiener Burgtheater, die in der kommenden Spielzeit zur Uraufführung kommen sollen, sagt der Burgtheater-Direktor Klaus Bachler in einem Interview mit der "Presse". Auf Nachfrage, ob dies bedeute, dass das lange geplante Stück "Staatstheater" von Robert Menasse ad acta gelegt worden sei, hieß es im Burgtheater, man sei mit dem Autor weiter im Gespräch, es sei jedoch noch nicht klar, wann es zur Uraufführung kommen werde. In der kommenden Spielzeit wird "Staatstheater" jedenfalls nicht zu sehen sein.

Von Faust bis Nitsch

Weitere Projekte, die Bachler bis zu seinem Vertragsende 2009 machen will, umfassen Faust I und II sowie alle Teile von Schillers "Wallenstein"-Trilogie in der Regie von Andrea Breth. Bei der Inszenierung von Grillparzers "König Ottokars Glück und Ende" von Martin Kusej, die anlässlich des 50. Jahrestages der Burgtheater-Wiedereröffnung mit eben diesem Stück mit den Salzburger Festspielen koproduziert werde, spielen Tobias Moretti in der Titelrolle, Michael Maertens den Rudolf Habsburg und Elisabeth Orth die Margarethe, verriet Bachler.

Neben der angekündigten Nitsch-Aktion aus ebendiesem Anlass gibt es noch Raimunds "Verschwender" in der Regie von Stefan Bachmann. Und Christoph Schlingensief bringt eine Matthäus-Passion in Zusammenhang mit seiner "Church of Fear" auf die Bühne.

Flop-Verbot

Zur Lage des Burgtheaters meinte Bachler, "im Haupthaus kann ich mir keinen Flop leisten". Mit dem Budget sei man "absolut am Limit": "Das, was wir eingespart haben, ist sieben Jahre lang in Lohn- und Gehaltserhöhungen geflossen".

Große Veränderungsmöglichkeiten im Theater in der Josefstadt, dessen vor kurzem verstorbener Kurzzeit-Direktor Hans Gratzer ein "österreichisches Schicksal erlitten" habe ("Aber sein Ruhm wird steigen"), sieht Bachler nicht: "Allerdings: Es muss auch ein Theater geben für ein bürgerliches Publikum, das sich einfach wohl fühlen möchte. Der verstorbene Boy Gobert hat das am Hamburger Thalia Theater wunderbar gemacht. Die Josefstadt würde jetzt ganz anders da stehen, wenn er dort Direktor geworden wäre." (APA)

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