Siemens-Musikpreis für Henri Dutilleux

2. Februar 2005, 21:22
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Mit 150.000 Euro dotierte Auszeichnung wird dem französischen Komponisten am 3. Juni überreicht

München - Der französische Komponist Henri Dutilleux erhält den mit 150.000 Euro dotierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis 2005. "Seine organisch gewachsene, filigran gearbeitete Musik entfaltet sich mit poetischer Klarheit, fernab von traditionellen Formen", begründete die Jury ihre Entscheidung. Die renommierte Auszeichnung wird Dutilleux am 3. Juni bei einem Festakt in den Münchner Kammerspielen überreicht.

Neben seinen ungleich bekannteren Landsleuten Olivier Messiaen und Pierre Boulez, die beide ebenfalls Träger des Musikpreises sind, gilt der 89-jährige Dutilleux nach Darstellung der Siemens-Stiftung als "die große Einzelpersönlichkeit in der französischen Musik von heute". Er sei in all den Jahren unabhängig vom Zeitgeist geblieben und habe sich konsequent von allen Schulen und Moden fern gehalten.

Werdegang

Der in Angers in Nordfrankreich geborene und zeitweilig als Chorleiter und Pianist tätige Dutilleux schaffte den Durchbruch als Komponist 1959 mit seiner 2. Sinfonie "Le Double" und 1964 mit dem Orchesterstück "Métaboles", das ihm auch die Anerkennung der Avantgardisten verschaffte. Bedeutende Interpreten wie Daniel Barenboim, Sergiu Celibidache, Anne-Sophie Mutter oder jüngst Simon Rattle und Kurt Masur, der Dutilleux als den "bedeutendsten lebenden Komponisten Frankreichs" schätzt, haben seine Werke aufgeführt.

Weitere Preisträger

Weitere Förderpreise in Höhe von 1,35 Millionen Euro gehen unter anderem an die Nachwuchskomponisten Michel van der Aa (Holland), Sebastian Claren und Philipp Maintz (beide Deutschland). Die Staatsoper Stuttgart erhält einen Förderpreis für die Aufzeichnung von Karl Amadeus Hartmanns Oper "Simplicius Simplicissimus".

Zu den früheren Trägern des seit 1974 vergebenen Musikpreises zählen international renommierte Musiker, Dirigenten und Komponisten wie Alfred Brendel, Wolfgang Rihm, Maurizio Kagel, Nicolas Harnoncourt, Leonard Bernstein und Gidon Kremer.(APA/dpa)

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