"Eine solche Berichterstattung ist nicht hinnehmbar"

von Redaktion  |  15. März 2005, 13:35
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Musikindustrie tritt scharf gegen heise-online auf - Medium soll mit Artikel für "illegale Kopierschutzknacker" geworben haben

"Das Urheberrechtsgesetz verbietet nicht nur die Herstellung und jede Form des Vertriebs von Software zum Knacken eines Kopierschutzes, sondern auch Umgehungsanleitungen und die Bewerbung von entsprechender Software." So der Interessenverein der deutschen Phonoverbände (IFPI) in einer Aussendung am Freitag.

Direkter Link

Grund für das Statement: der Heise-Verlag soll "in einem online veröffentlichten Beitrag" beschrieben haben, "wie man sogar neue Kopierschutzsysteme ´knacken´ kann". Die dazu notwendige "illegale Software" soll von heise durch einen direkten Link auf die Herstellerseite gleich "mitgeliefert" worden sein.

Hilfe zur "Verbreitung illegaler Software"

So soll der renommierte Verlag dem "vor dem deutschen Gesetzgeber in die Karibik geflüchteten Hersteller" bei der "Verbreitung seiner illegalen Software" geholfen haben.

"Solche "Berichterstattung" ist für die in ihren Rechten verletzten Musikunternehmen nicht hinnehmbar", betont die IFPI. Dementsprechend hat die Organisation, im Auftrag diverser Musikunternehmen wie BMG, edel records, EMI, Sony, Universal und Warner, den Verlag, "der nicht freiwillig einlenkte", durch Rechtsanwälte formell abgemahnt - "sollte sich der Verlag nicht einsichtig zeigen, wird ein Gerichtsverfahren folgen."

Kein Freibrief

"Auch die Pressefreiheit ist kein Freibrief: Anleitungen und Hilfestellungen für illegale Handlungen sind unzulässig und haben erst recht nichts mit seriöser Berichterstattung zu tun", erklärt Thorsten Braun, Syndikus der deutschen Phonoverbände. "Wer den Willen des Gesetzgebers und die Bemühungen von Kreativen und Produzenten, ihre Leistungen gegen unkontrolliertes Kopieren zu schützen, durch solche 'Berichte' untergräbt, muss mit einer Abmahnung rechnen."

Stellungnahme

In einer Stellungnahme weist der Heise Verlag die Abmahnung zurück. "Der Artikel enthält weder eine Anleitung noch Werbung, es wird im Gegenteil ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung dieser Software in Deutschland verboten ist. Einen Link auf die Webpräsenz des Herstellers zu setzen, ist in der Online-Berichterstattung eine Selbstverständlichkeit und angesichts der Tatsache, dass unsere Leserinnen und Leser Internetsuchmaschinen kennen und bedienen können, ohnehin belanglos", kommentierte der Chefredakteur von heise online, Christian Persson.

Hausbesitzer

"Es muss doch gerade auch im Interesse der Rechteinhaber von Software, Filmen und Musik liegen, rechtzeitig über die Untauglichkeit von Kopierschutztechniken informiert zu werden. Nach der verqueren Logik der vorgetragenen Beschuldigung müsste sich die Presse künftig Beihilfe zu schwerem Diebstahl vorwerfen lassen, wenn sie Hausbesitzer wahrheitsgemäß davor warnt, auf bestimmte Sicherheitsschlösser zu vertrauen, die unzutreffend als unüberwindbar angepriesen werden." (red)

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Master Schlowinger 
23.02.2005 14:29

nach dieser logik dürfte es auch keine bücher/magazine/websites geben, welche die versch. möglichkeiten zum konsum von Cannabisprodukten erläutern! warum gibts dann doch so viele Grow- und Headshops? Bücher mit kochrezepten usw?

heise.de hat ja lediglich erklärt, wie ein kunde, der rechtmäßig eine cd/dvd erworben hat und sie nicht in erwarteter Art und Weise nutzen kann (weil sie von vielen geräten nicht erkannt wird), zu seinem Recht kommt. ich finde nämlich, es ist das Recht jedes rechtmäßigen Käufers, das Produkt im normalen erwarteten Ausmaß zu nutzen. Bitte die Musikindustrie mal dafür verklagen!

Randolph Carter
12.02.2005 11:17
die liebe Industrie ...

Vielleicht sieht die Filmindustrie ja dadurch ein, wie sinnlos so ein Kopierschutz eigentlich ist. Er ist kostspielig und führt oft zu Kompatibilitätsproblemen beim Kunden :-))

Silver Tongue 
03.02.2005 04:16
NAJA

Solange es Leute gibt die sich um viel Geld Idiotische Klingeltöne von Bamba runterladen,aber andererseits Musik aus dem Internet saugen(ohne zu zahlen),finde ich die Klagen der Musikindustrie gerechtfertigt.

An alle die jetzt schreien :
Es wird mit Klingeltönen dzt. mehr Umsatz gemacht als mit richtiger Musik.
Think of it!

Susi Wolf 
02.02.2005 11:56
ROFL - ***LAAAACHHH!!!!****

Dass die Musikindustrie jetzt auch noch auf Heise eindrischt - man gastatte mir ein herzliches Lachen. Und der Konter von Heise hat es in sich!

"Nach der verqueren Logik der vorgetragenen Beschuldigung müsste sich die Presse künftig Beihilfe zu schwerem Diebstahl vorwerfen lassen, wenn sie Hausbesitzer wahrheitsgemäß davor warnt, auf bestimmte Sicherheitsschlösser zu vertrauen, die unzutreffend als unüberwindbar angepriesen werden."

Die Musikindustrie gibt sich echt Mühe, um nachzuweisen, wie durchgeknallt sie ist....

Mog Ia
22.02.2005 10:21
...

Heisse bekommt Beihilfe und die Musikindustrie Vorsatz, da sie mit dem Kopierschutz unschuldige Kids zu kriminellen Aktivitäten verleitet.

walter mair
31.01.2005 12:32
Musterprozeß

Ich find's gut, daß endlich einmal ein längst fälliger Musterprozeß gegen ein finanzkräftiges Online-Medium stattfindet!

Dann wird sich endlich zeigen, was mehr zählt: die Pfründe einiger weniger ODER die Verfassungsmäßig garantierten Grundrechte der freien Berichterstattung und Pressefreiheit!

Mathias 
31.01.2005 08:59
*lach*

"Der Artikel enthält weder eine Anleitung noch Werbung, es wird im Gegenteil ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung dieser Software in Deutschland verboten ist. Einen Link auf die Webpräsenz des Herstellers zu setzen, ist in der Online-Berichterstattung eine Selbstverständlichkeit und angesichts der Tatsache, dass unsere Leserinnen und Leser Internetsuchmaschinen kennen und bedienen können, ohnehin belanglos"

Dazu kann ich nur fragen, wo denn die ganzen "Hacker"-Magazine hin verschwunden sind ? Wurden die wohl verklagt und gerichtlich geschlossen ?? Dieses Argument könnten die ja auch vorgebracht haben. Es würde Zeit werden, daß der Verfassungsgerichtshof eine Entscheidung fällt, und die Multis sich daran halten sollen !!

Stuffi
31.01.2005 15:40
Hackermagazine?

Die Datenschleuder erscheint weiterhin vierteljährlich...

Mathias 
01.02.2005 15:48

Und wo ist die PC Tricks geblieben ?

In welchen Ländern gibts die Datenschleuder ? Gibts dazu Links ? (Oder wäre ein Link hier "strafbar" ??)

rootsman
31.01.2005 08:10
Ist die Welt noch normal ?

Früher waren die leute froh überhaupt die cd ins laufwerk zu bekommen !

Heute wird man als Terrorist und als Mörder gleichgestellt !

Verbieten wir doch ganz einfach alle CDS und DVDS !

Dann haben wir ein Problem weniger !

vandermonde 
31.01.2005 07:54
Kinderpornografie...

Ich möchte mal sehen, dass mit demselben Elan und technischem Rundumschlag gegen Kinderpornografie vorgegangen wird...

Hier stimmen die Verhältnisse nicht - wenn eine derartige Hexenjagd veranstaltet werden kann, dann brauchen wir Veränderungen in den Copyright Gesetzen, die vielleicht mit Einbussen für die Musikindustrie einhergehen, aber nicht 10.000 Menschen wegen Musik(!) kriminalisieren...

Ich meine, wo liegen den die Probleme dieser Welt...ganz sicher nicht bei der milliardenschweren Musikindustrie...wieviel verdient Britney Spears? Vielleicht zu viel?

solandre   
02.02.2005 16:07
genau, ...

... ihr kommentar rueckt das verzerrte bild wieder zurecht.

eks
30.01.2005 19:03
Musik kostenlos!

Es wäre doch ein interessantes Experiment, Musik generell kostenlos zu machen.

Jeder dürfte jede Musik beliebig vervielfältigen und nur noch für den Datenträger und für die Herstellungsarbeit eine Entschädigung in freier Höhe verlangen.

Musiker müssten ihr Geld wieder mit ehrlicher Arbeit verdienen, etwa mit Eintrittsgeldern bei Liveauftritten.

Was würde passieren? Würde Musik verschwinden? Wohl kaum - aber sie würde dann vielleicht bald nur noch von Leuten gemacht, die das einigermassen können.

Keine Brittni Schpirs mehr und statt dessen wieder eine starke Live Musik Szene. Das wär doch was...

Katar Akt 
31.01.2005 16:26

"Musiker müssten ihr Geld wieder mit ehrlicher Arbeit verdienen, etwa mit Eintrittsgeldern bei Liveauftritten. "

Nur so nebenbei: eine CD aufzunehmen IST ehrliche Arbeit. Unter Umständen sogar weniger lustig wie ein Live-Auftritt, aber ziemlich sicher dauert's länger und ist mühsamer.

T.h. omas 
02.02.2005 21:50
Na, dann sollten die "Musiker" eigentlich auch dafür sein?

Oder was meine Sie?

otto lochachter
30.01.2005 08:29
Pressefreiheit kann kein Freibrief sein

Mit einem kleinen Hinweis "wir erklären dir jetzt alles aber eigentlich ist das ein bischen verboten" sollte sich der heise Verlag nicht aus der Affäre ziehen können. Wenn die Software verboten ist sollte kein Hinweis auf die Bezugsquelle möglich sein.

my delight 
31.01.2005 15:18
ja sicher...

weil ohne hinweiss auf die bezugsquelle, kann die software "ganz sicher keiner finden"?
und über meinen spiesser garten zaun kommt auch keiner drüber, ist ja schliesslich verboten! :-)

kleinkarriertes denken ist hierzulande weeeeeit verbreitet......:-(

Andreas Schneider
31.01.2005 13:39

sie verstehen von demokratischen grundrechten offenbar soviel wie eine kuh vom schifahren.

Stuffi
31.01.2005 11:52
Drogen sind verboten.

Muß man deswegen jetzt den Stadtpark aus den Plänen streichen?

Mog Ia
22.02.2005 10:22
...

wie wärs mit CD-Freien Zonen ? .)

Spider Murphy
29.01.2005 23:50
Alter Hut!

Die Produkte von Slysoft hat doch sowieso schon jeder! Nicht nur AnyDVD sonder auch CloneCD und Clone DVD, allerdings sind sie in Deutschland verboten.

mario kainz  
29.01.2005 19:13
Apropo Musikindustrie

Ich lade, seit es Onlineportale der MusikIndustrie gibt gerne Musik von "denen" runter. Was ich nicht einsehe ist das die eine 128 tige bitrate anbieten ????????
Leider muss ich dann auf "illegale" "Quellen" zurückgreifen um die zuvor gekaufte Musik auch in ausreichender Qualität zu hören. Also das sollen die mir mal erklären, bis jetzt bin ich jedesmal abgeblitzt.
Geschäftsidee: Musik/Tonstudios wo die Musiker selbst oder mit Hilfe Musik produzieren, und es dann selber online stellen können..... Frange: Wer würde dann diese "Giganten" der "Musik" Industrie noch brauchen ???

The Alien 
31.01.2005 08:49
Unnötig

Wie jedes bürokratische organisierte System ist auch die Musikindustrie dominiert von nicht wertschöpfendem Abkassieren - erfundene Rechte die dann eingeklagt werden.

Sie haben recht: gäbe es ein freies Musiker&Künstler Portal - dann wäre das fein.

Da der Durchschnittshörer aber Musik nicht aus Interesse an guter Musik wählt, sondern weil er durch permanente Berieselung mit den Monopolprodukten eben dieser Musikindustrie gehirnwäschemäßig weichgespült wurde, könnte so ein "free music exchange" wohl kaum überleben.

Das Medium für Veränderung (Internet) wäre da, die Revolutionsbereitschaft bei Musikern und Musikliebhabern ist aber scheinbar minimal.

Homo Sapiens sind einfach zu bequem, für Qualität & Vernunft ...

mario kainz  
29.01.2005 19:09
----- der Standard wird Verklagt ------

Da der standard in auf einen Verlag verlinkt, der wiederum auf einen Artikel verlinkt, der wiederum auf eine Software verlinkt, die, bei sachgemäßer Handhabung (die kein normalsterblicher user jemals hinkriegen wird) möglicherweise, unabsichtlich, oder auch nicht einen völlig unzulänglichen Kopierschutz umgehen kann. Thja............. Was wird denen von der Musik Industrie (!) wohl noch einfallen ?

Matt Canalegrande
29.01.2005 18:59
soweit zur Freiheit der Berichterstattung

Man kann den Bundespräsidenten einen buckligen Hund nennen, aber berichten, dass man unzumutbare Verschlüsselungsverfahren beseitigen kann, gehört vor den Kadi?
Na, dann gute Nacht. Die Musikindustrie kann noch soviel Lärm machen. Ich werde mir nie das Recht nehmen lassen, zu meinem privaten Gebrauch Kopien meiner käuflich erworbenen Musik- und Videodatenträger anzufertigen. Unn wenn noch so oft behauptet wird, es sei illegal, einen Kopierschutz zu knacken.
Ich habe mir keinen Kopierschutz bestellt, als ich mir meine DVDs bestellt habe. Wenn die Musikindustrie glaubt, unser Geld damit zu verpulvern diese unerwünschten Sperren einzubauen kann sie froh sein, dass wir Konsumenten keine Sammelklage einbringen.

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