Finanzministerium: "Sensations-Fresko" wieder in Gesamtheit zu sehen

18. November 2005, 15:28
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"100 Quadratmeter Fresko" wurde im Prinz Eugens Winterpalais völlig überraschend gefunden und ist nun vollkommen freigelegt

Wien - Das Stadtpalais von Prinzen Eugen von Savoyen in der Wiener Himmelpfortgasse steht eine Generalsanierung bevor. Das Gebäude gilt als eines der bedeutendsten Wiener Stadtpalais des Hochbarocks. Heute residiert im Gebäude der Finanzminister. 2006 sollen rund 500 Mitarbeiter vorübergehend ausquartiert werden, während das Palais renoviert wird.

Sensationsfund

Kleinere Renovierungsarbeiten laufen am Palais seit mehreren Jahren. Im Jahr 2004 wurden zwei Innenhöfe des Gebäudes restauriert. Dabei sei man völlig überraschend auf eine "Sensation" gestoßen, als man eine Feuermauer entkleidet habe. Über 100 Quadratmeter waren als Fresko ausgeführt. Diese Arbeit war so detailliert, dass selbst heute noch die Umrisse von Hunden zu erkennen sind. Das Fresko sei sehr gut erhalten und in seiner Vollständigkeit österreichweit einzigartig, betonte Neubauer.

Fresko wieder in Gesamtheit zu sehen

Beim jetzt wieder in Gesamtheit zu sehenden Fresko sind zwar nur mehr die Umrisse der gemalten Architektur zu erkennen. Allerdings habe man auch alte Farbpigmente gefunden, so die Denkmalschützerin. Wahrscheinlich wollten die ehemaligen Bewohner aus dem gegenüber liegenden Festsaal einen schönen Ausblick haben, vermutete Neubauer.

Kleiner Innenhof hat wieder das Aussehen von 1752

Bei den Restaurierungsarbeiten erhielt außerdem der kleine Innenhof wieder das Aussehen von 1752 und präsentiert sich nun in Blaugrau und hellem Ocker. Der große Innenhof wurde auf einen Zustand vor dem Umbau 1752 zurückversetzt und zeigt sich nun in einem Farbkanon aus mittlerem Ocker und gebrochenem Weiß.

Bausubstanz vom Mauerschwamm reinigen

"Vordringlich ist die Erhaltung des Kulturerbes", betonte Peter Quantschnigg, Generalsekretär des Finanzministeriums. Es sollen die Fassade und die Bausubstanz vom Mauerschwamm gereinigt werden.

Umbaupläne

Auch sind ein Umbau geplant um mehr Mitarbeiter im Palais unterzubringen, nachdem ein benachbarter Zubau dazugekauft wird. Dabei gehe es um "klare Eingriffe in die Substanz", erläuterte Wiens Landeskonservatorin Barbara Neubauer. Man befinde sich derzeit noch in der Phase, in der die Detailfragen geklärt würden. Der konkrete Baubescheid sei noch nicht erteilt.

Die gesamte Renovierung des historischen Gebäudes, dass sich nach wie vor im Besitz der Republik befindet, wird laut Quantschnigg vermutlich 60 Mio. Euro verschlingen. Nach den Plänen des Finanzministeriums sollen die 2006 ins ehemalige Statistische Zentralamt in der Hinteren Zollamtsstraße ausgesiedelten Beamten nach 2010 wieder in das Palais zurückkehren. Auf den 20.000 Quadratmetern sollen dann rund 500 Mitarbeiter beschäftigt sein. (APA)

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    Völlig überraschend wurden 2004 Reste eines Freskos im Innenhof des ehemaligen Stadtpalais von Prinz Eugen in der Himmelpfortgasse gefunden

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