Washington und London verurteilen neue Gewaltwelle

3. Februar 2005, 09:05
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Neuer Luftangriff im Westsudan ruft internationale Kritik hervor

Washington/London - Der jüngste Luftangriff auf Zivilisten in der westsudanesischen Krisenregion Darfur hat international scharfe Kritik hervorgerufen. Die US-Regierung machte am Donnerstag alle beteiligten Konfliktparteien für die neue Gewalt verantwortlich. Der britische Außenminister Jack Straw verurteilte die Eskalation in Namen der Londoner Regierung. Bei dem Angriff in Darfur waren nach Angaben der Afrikanischen Union am Mittwochabend etwa hundert Menschen getötet worden.

Sowohl die Regierung in Khartum und die mit ihr verbundenen Milizen als auch die Rebellen in der Region hätten ihren Anteil an der Zunahme der Auseinandersetzungen, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, in Washington. Die US-Regierung sei "entsetzt" über die neue Eskalation, die ein "sofortiges" Ende finden müsse. Alle an der Gewalt Beteiligten müssten nun zur Verantwortung gezogen werden, fügte Boucher hinzu.

Straw erklärte in London, die Angriffe seien "absolut verwerflich" und seien zu verurteilen. Erst vor zwei Wochen habe die Regierung im Friedensabkommen mit den südsudanesischen Rebellen zugesichert, den Frieden im ganzen Land zu wahren. Ihr derzeitiges Verhalten laufe diesem Vertrag klar zuwider.

Bei dem Luftangriff am Mittwochabend wurde ein ganzes Dorf zerstört, 9000 Menschen mussten fliehen. Die AU hat derzeit rund 1700 Friedenssoldaten in Darfur stationiert, die über den zwischen Khartum und den Rebellen ausgehandelten Waffenstillstand überwachen sollen.

In Darfur kämpfen seit Frühjahr 2003 zwei Rebellengruppen gegen die von Khartum unterstützten arabischen Dschandschawid-Milizen. Nach UN-Schätzungen wurden seitdem etwa 70.000 Menschen getötet und 1,5 Millionen in die Flucht getrieben. (APA)

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