Hoyzer: "Sehr, sehr immenses Ausmaß"

2. Februar 2005, 14:30
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FIFA-Präsident Blatter fordert lückenlose Aufklärung

In einem Interview mit dem Nachrichtensender "N24" erklärte Hoyzer: "Die Sache hat ein sehr, sehr immenses Ausmaß für den deutschen Fußball." Der Kontrollausschuss reagierte mit der Vorladung von weiteren 14 Zeugen aus dem Kreis der Schiedsrichter und Assistenten. "Wir gehen aber weiter davon aus, dass es ein Einzelfall ist. Ich habe bislang kein zweites schwarzes Schaf ausgemacht", erklärte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert. Dies gelte auch für den Berliner Unparteiischen Dominik Marks, gegen den ebenfalls Vorwürfe erhoben worden waren.

Nach Ansicht von Hoyzers Anwaltes Holthoff-Pförtner sei sein Klient nur ein "kleines Rädchen". Der Fall selbst habe ein viel größeres Ausmaß. "Da geht es um ein Zusammenwirken mehrerer Personen in unterschiedlichen Positionen", erklärte er.

Auf Anzeige des DFB und eines Privatmannes ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft. Der DFB schrieb in der Anzeige, dass "Herr Hoyzer Kontakt zu Wettkunden aus einem bestimmten, vorwiegend von Kroaten besuchten Lokal in Berlin hatte", wo offenbar gezielt auf von ihm geleitete Spiele gesetzt worden sei. Laut Staatsanwaltschaft übermittelte der DFB auch einen Hinweis der Staatlichen Lotterieverwaltung München und die Aussagen zweier Schiedsrichter-Kollegen.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat unterdessen eine lückenlose Aufklärung des Betrugsskandals gefordert. Etwas mehr als ein Jahr vor der Weltmeisterschaft 2006 stehe der deutsche Fußball und damit auch der DFB im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. "Sie sind deshalb besonders gefordert, die Ermittlungen der Strafuntersuchungsbehörden weiterhin mit allen Kräften zu unterstützen und gleichzeitig innerhalb der verbandseigenen Strukturen weitere Abklärungen vorzunehmen", erklärte Blatter in einer Pressemitteilung. "Die Schiedsrichter sind die Garanten für Unparteilichkeit, Fairplay und die einwandfreie Durchführung von Spielen. Deshalb gelten für sie gerade in moralischer und ethischer Hinsicht besonders hohe Ansprüche", so Blatter. (APA/dpa/AP)

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