"Bildung ist zentrale Aufgabe des Staates gegenüber seinem Volk"

2. Februar 2005, 18:04
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RFS-Bundesvorsitzender Christoph Völk sieht in Zugangsbeschränkungen eine Gefahr für die universitäre Freiheit und tritt für den freien Unizugang ein

Der Bundesvorsitzende des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) erklärt im derStandard.at/Uni-Interview, weshalb seine Fraktion Zugangsbeschränkungen "negativ gegenüber steht". Vorstellbar wäre für ihn hingegen, dass "große bzw. wichtige Prüfungen" bereits am Ende des ersten Abschnitts abgehalten werden.

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derStandard.at/Uni: Wie steht Deine Fraktion zu der Forderung nach Zugangsbeschränkungen für die Universitäten? Seid Ihr dafür oder dagegen?

Christoph Völk: Wir als RFS stehen der Forderung nach Zugangsbeschränkungen für die Universitäten negativ gegenüber. Der freie Zugang zu Bildung stellt für uns eine zentrale Aufgabe des Staates gegenüber seinem Volk dar!

derStandard.at/Uni: Was spricht gegen Zugangsbeschränkungen?

Christoph Völk: Die absolute Freiheit von Wissenschaft, Lehre und Forschung geht für uns als Freiheitliche Studenten Hand in Hand mit einem freien Hochschulzugang! Bei einer Beschneidung desselben sehen wir damit einhergehend die universitäre Freiheit in Gefahr. Es liegt daher aus unserer Sicht auch im Interesse des Staates, den Hochschulzugang nicht zu beschränken, sondern ganz im Gegenteil den Hochschulen ein Höchstmaß an budgetären Mitteln zur Verfügung zu stellen!

derStandard.at/Uni: Was - außer mehr Geld für die Universitäten - fordert Deine Fraktion, damit damit sich die Situation auf den österreichischen Unis verbessert?

Christoph Völk: Aus unserer Sicht sollte bereits in der Schule den angehenden Studierenden die einzelnen Studien für welche sie sich interessieren eingehend "vorgestellt" werden. Vor allem wäre dies in Bezug auf die damit verbundenen Berufsaussichten äußerst wichtig. Eine Aufklärung über die einzelnen Studienrichtungen findet an den Schulen im Moment de facto überhaupt nicht statt!

derStandard.at/Uni: Würde es eine Art von Zugangsbeschränkungen geben, mit denen ihr "leben könntet"?

Christoph Völk: Man sollte große bzw. wichtige Prüfungen bereits am Ende des ersten Abschnitts durchführen, damit sich die Studierenden bereits zu Beginn ihres Studiums intensiv mit einem "Kernfach" auseinandersetzen müssen. Es passiert oft genug, dass manche zwei bis drei Jahre studieren, dann kommt eine wirklich wichtige und intensive Prüfung, und man kommt drauf, dass einen das Studium gar nicht so interessiert. Die Auseinandersetzung mit Kernbereichen von Anfang an würde auch die Leistungsbereitschaft der Studierenden steigern.

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    foto:rfs
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