Highlight "Weltjournal"

22. März 2005, 16:03
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Spannender und informativer Qualitätsjournalismus im ORF - Etwas mehr davon wäre wünschenswert

Zu den Highlights des ORF-Programms gehört definitiv das Auslandsmagazin "Weltjournal". Dieses überzeugt mit der sachlich-präzisen Moderation von Annette Scheiner genauso wie mit Beiträgen, die aktuelles Weltgeschehen auch abseits der auf den Titelblättern oder in den Hauptnachrichten zu findenden Themen behandeln.

Die Ausgabe des Magazins am Mittwochabend in ORF 2 bannte mit einem Beitrag über Auschwitz und warum die Alliierten den industriellen Massenmord in diesem Konzentrationslager nicht mit Bombardements unterbunden haben. Ebenso überzeugend gestaltet war anschließend ein Beitrag über Tun und Wirken der Camorra in den verwahrlosten Randbezirken Neapels.

Informativ und eindringlich war schließlich die Berichterstattung über die Jesus Revolution Army, eine erzkonservative Bewegung, die versucht, Jugendliche mit sektenhaften Gemeinschaftsriten - andere nennen das Gehirnwäsche - zu "Soldaten" Jesu zu machen. Homosexualität gilt diesen Dauergrinsern als Krankheit, Abtreibung als Mord, vorehelicher Sex sowieso als des Teufels.

Mit auf ihre Zielgruppe abzielenden Mitteln wie DJ-Musik, Tanz und "coolen" T-Shirts geht man vor allem in Osteuropa auf Rattenfang. Aber auch Österreich ist heuer "Main Target" dieser fundamentalistischen "Heilsarmee".

Mit dem "Weltjournal" beweist der ORF, dass er ohne Schielen auf Quote spannenden und informativen Qualitätsjournalismus zu bieten imstande ist. Etwas mehr davon wäre wünschenswert. (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 28.1.2005)

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    foto: orf
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