Gericom will kein Assemblierer mehr sein

6. Februar 2005, 16:13
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Der Notebookhersteller plant, im Zuge seiner laufenden Restrukturierung weitere 50 seiner derzeit 250 Mitarbeiter abzubauen. Der Produktionsbereich in Linz wird ganz aufgegeben

"Die Struktur des Unternehmens hat sich grundlegend geändert", sagte Patrick Prügger, seit Anfang August 2004 Finanzvorstand der börsennotierten Gericom, im Gespräch mit dem STANDARD. Produziert werde jetzt nur mehr bei Partnern in Fernost und Ostdeutschland. Eine Großserienfertigung habe es im vergangenen halben Jahr in Linz nicht mehr gegeben: "Das bringt nichts mehr."

Weg

"Wir wollen weg vom assemblierenden Unternehmen und hin zu einem Serviceunternehmen, das eine Art Vermittlungsfunktion zwischen Lieferanten und Herstellern hat", beschreibt Prügger die neue Firmenausrichtung.

Viel geändert

Auch intern sei bei Gericom mittlerweile viel verändert worden - angefangen beim Einstieg von Stefan Pierer in den Aufsichtsrat (den Vorständen der Cross Holding, Stefan Pierer und Rudolf Knünz, gehören fünf Prozent der Gericom-Aktien; Anm.), einem neuen Dreiervorstand bis hin zu einer neuen Geschäftsordnung, Controllingstrukturen und Devisenmanagement. "Es gibt jetzt intern definierte Prozesse, um die Risiken, die zur Misere des Vorjahres geführt haben, in Zukunft zu vermeiden." Dazu zähle, dass in Zukunft zur Vermeidung von Lagerüberschüssen bei Lieferanten nur dann eingekauft werde, wenn auch tatsächlich Aufträge vorhanden seien.

Der bereits erfolgte Mitarbeiterabbau des Vorjahrs, werde auch heuer fortgesetzt. Derzeit zähle man insgesamt 250 Beschäftigte, Ziel seien 200 Mitarbeiter. Man hoffe, dabei ohne größere Kündigungen auszukommen.

Home-Entertainment

Hoffnung setzt Prügger auf die Entwicklung im Bereich Home-Entertainment. Die Geschäftsentwicklung bei LCD-Fernsehern verlaufe positiv, hiermit sollen heuer 50 Prozent des Umsatzes erzielt werden.

Den am 11. Jänner erfolgten plötzlichen Ausstieg von Aufsichtsrat Winfried Hoffmann kommentierte Prügger nur kurz: "Wir können formal und operativ ohne ihn auskommen." (Karin Tzschentke, DER STANDARD Printausgabe, 27. Jänner 2005)

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