Beteiligungen in Sibirien angestrebt

3. Februar 2005, 15:16
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Eigenes OMV-Büro in Tjumen eröffnet - Zeitrahmen von drei bis vier Jahren für Beteiligungen im Öl- und Gasgeschäft

Wien - Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat ein Büro in der westsibirischen Provinz-Hauptstadt Tjumen eröffnet, um dort Investitionsmöglichkeiten zu prüfen. "Russland und hier insbesondere Westsibirien ist mit seinen großen Öl- und Gas-Ressourcen und der vorhandenen Infrastruktur für uns sehr interessant. Daher wollen wir die strategische Möglichkeit, unsere E&P-Aktivitäten auf dieses Land auszuweiten, verstärkt untersuchen", begründete OMV-Vorstand Helmut Langanger den Schritt. Insgesamt sollen sechs Mitarbeiter in Tjumen tätig sein, teilte die OMV am Donnerstag mit.

Ausschau nach Beteiligungen

Das Unternehmen hat sich einen Zeitrahmen von drei bis vier Jahren gegeben, um Beteiligungsmöglichkeiten zu konkretisieren. "Wir haben keinen Zeitdruck, wir sehen uns die Vorhaben genau an", so Langanger. Stabile rechtliche Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit seien wesentliche Bedingungen für die Auswahl von Projekten. Ziel sei es, sich sowohl an produzierenden Ölfeldern als auch an Entwicklungsprojekten von Feldern zu beteiligen. Bei Förderprojekten seien etwa 15.000 bbl/d (Barrel pro Tag) die kritische Mindestgröße. Mittelfristig soll eine Produktion von 30.000 bbl/d erreicht werden.

Fünf Kernregionen

OMV E&P (Exploration und Produktion) verfolgt derzeit Projekte in fünf Kernregionen: Donau-Adria Raum, Britische Nordsee, Mittlerer Osten, Nordafrika, Australien/Neuseeland. Nach dem Erwerb von 51 Prozent an der rumänischen Petrom fördert die OMV insgesamt rund 340.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag (boe/d) und verfügt über Öl- und Gasreserven von rund 1,4 Mrd. boe.

Russland produzierte im vergangenen Jahr 9,14 Mio. bbl/d Erdöl. Die Region Westsibirien lieferte 71 Prozent davon, das entspricht 6 Prozent der Welt-Erdölproduktion. Die Gasproduktion von 590 Mrd. m3 pro Jahr wird zu 60 Prozent in Russland selbst verbraucht, der Rest wird nach West- und Mitteleuropa exportiert. (APA)

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