"Rattenscharfe Messer" entwickelt

7. Februar 2005, 15:39
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Selbstschärfende Klingen von Nager-Zähnen abgeschaut

Oberhausen/Wien - Im wahrsten Sinn des Wortes "rattenscharfe Messer" entwickelten Wissenschafter des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) in Oberhausen (Deutschland). Die selbstschärfenden Klingen wurden von den auch bei höchsten Beanspruchung nie stumpf werden Nager-Zähnen abgeschaut.

Ratten sind bekannt und gefürchtet für ihr Gebiss. Ob Holz, Metall oder selbst Beton - vor den Nagern ist fast nichts sicher. Dazu wurden die Tiere von der Natur nicht nur mit entsprechenden Kiefergelenken und einer kräftigen Kau-Muskulatur ausgestattet, auch die Zähne weisen eine Besonderheit auf.

Ratten-Zähne

Im Gegensatz etwa zu menschlichen Zähnen sind die ein Leben lang nachwachsenden Rattenbeißer nämlich nicht komplett vom harten Zahnschmelz überzogen. Nur an der Vorderseite besitzen sie eine im Querschnitt Hufeisen-förmige, sehr dünne Schmelzlamelle. Dahinter sitzt weicheres Zahnbein, so genanntes Dentin. Beim Kauen reibt sich das Dentin keilförmig ab, übrig bleibt stets die messerscharfe Schmelzkante.

Genau so funktionieren die neuartigen Schneidmesser. Ihr Grundkörper besteht aus Hartmetall, einer Legierung aus Wolframcarbid und Kobalt. Wie auch die Rattenzähne sind die Messer an der Außenseite gewölbt und mit einer besonders harten Schicht aus Keramikmaterial überzogen. Die Keramik besteht im Prinzip aus Titannitrid und ist durch Nanowerkstoffe verstärkt.

Derzeit laufen erste Versuche mit Prototypen der Messer für industrielle Schneidmühlen, in denen etwa Kunststoffgranulate zerkleinert werden. Durch die Aufbau bleiben die Messer stets scharf, sie müssen erst ersetzt werden, wenn sie völlig abgenutzt, also quasi nicht mehr vorhanden sind. (APA)

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