Schulreform: FPÖ will Nachmittagsbetreuung kostenneutral finanzieren

14. Februar 2005, 10:58
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ÖVP verlangt zuerst Bedarfserhebung - Grüne verwirrt

Genügend Spielraum für eine kostenneutrale Finanzierung der Nachmittagsbetreuung an den Schulen ortet FPÖ-Bildungssprecherin Mares Rossmann. Im Jahresarbeitszeitmodell der Pflichtschullehrer könnten die Stundeninhalte im so genannten "Topf C" neu definiert werden. Die derzeit für Fortbildung und Konferenzen reservierten Stunden wären für die Nachmittagsbetreuung an zwei bis drei Tagen pro Woche zu verwenden, so Rossmann in einer Aussendung. Die Lehrer an den höheren Schulen will sie durch Anwesenheitsstunden an einzelnen Tagen zur Nachmittagsbetreuung verpflichten.

Kritik am Finanzierungskonzept von SPÖ-Bildungssprecher Erin Niederwieser für Ganztagsschulen äußerte sein ÖVP-Pendant Werner Amon in einer Aussendung. Offenbar habe Niederwieser "hellseherische Fähigkeiten", wenn er bereits Finanzkonzepte präsentiere, "ohne den tatsächlichen Bedarf an ganztägiger Betreuung überhaupt nur annähernd zu kennen". Zunächst sei eine Bedarfserhöhung nötig.

Von der ÖVP verwirrt zeigten sich hingegen die Grünen. Deren Vorschläge zur ganztägigen Betreuung würden immer skurrilere Formen annehmen, so der Grüne Bildungssprecher Dieter Brosz in einer Aussendung. So sei es etwa "verantwortungslos", die Verantwortung für die ganztägige Betreuung auf die Gemeinden abzuschieben. Zunächst seien diese durch die gesetzlichen Vorgaben aufgefordert worden, auf halbtägigen Unterricht ausgerichtete Schulen einzurichten. Nun sollten sie aber auch die Umstellung finanzieren, so Brosz: "So wird es nicht gehen." (APA)

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