Slavenka Drakulic erhält Leipziger Buchpreis

7. Februar 2005, 20:05
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Kroatin erhält Auszeichnung für ihr Buch "Keiner war dabei - Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht"

Berlin - Die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulic erhält den mit 10.000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2005. Das hat das Kuratorium des Preises - die Stadt Leipzig, der Freistaat Sachsen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels - am Mittwoch in Berlin bekannt gegeben. Drakulic wird damit für ihr Buch "Keiner war dabei - Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht" (Paul Zsolnay Verlag, Wien) geehrt. Die Autorin zeige das Banale und das Böse als das große europäische Motiv des 20. Jahrhunderts sowie die Psychologie des Terrors als ein ganz zentrales Problem der heutigen Welt, urteilte die Jury. Der Preis wird Drakulic bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 16. März übergeben.

Die 1949 geborene Schriftstellerin und Journalistin erlebte schon Titos Jugoslawien mit sechs Republiken, drei Sprachen und drei Religionen. Heute lehrt sie zeitweise in den USA und lebt in Stockholm, Wien und auf der Adria-Halbinsel Istrien. Für ihr Buch verfolgte sie über Monate von der Publikumstribüne aus die Verhandlungen sowohl vor dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag als auch in Kroatien. Daraus sei das preisgekrönte Werk entstanden, "eine Porträtfolge und Selbstbefragung zugleich zur quälenden Frage, wie einer wird, was er im Krieg gewesen ist", so die Jury. (APA/dpa)

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