Iran beharrt auf eigenem Atomprogramm

3. Februar 2005, 19:04
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Vize-Außenminister will "die Spannungen mit den USA nicht verstärken", aber auch als "souveräner Staat leben"

Putraya - Ungeachtet der verschärften Tonlage im Atomstreit mit dem Iran will die Regierung in Teheran an ihrem umstrittenen Uran-Anreicherungsprogramm festhalten. Die Produktion von angereichertem Uran, das außer als Brennstoff für Atomreaktoren auch für den Bau von Atombomben geeignet wäre, sei aus iranischer Sicht eine Frage der Souveränität, - ein Recht, das der Iran "niemals aufgeben" werde, erklärte der stellvertretende iranische Außenminister Gholamali Khoshroo auf einem Treffen der Islamischen Konferenz- Organisation (ICO) am Donnerstag in Malaysia. Teheran hat Informationen über eine Verhärtung der Fronten in den Atomverhandlungen mit Europa allerdings zurückgewiesen.

Derlei Informationen zielten nur darauf, "die konstruktiven Verhandlungen zu beeinträchtigen", sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums am Donnerstag in Teheran. Sie zeigten die Unzufriedenheit jener, die den Erfolg des derzeitigen Prozesses verhindern wollten. "Die Verhandlungen mit den Europäern sind in einem Vorstadium und werden ihren natürlichen Lauf nehmen", sagte der Sprecher weiter. Beide Seiten wollten die Verhandlungen nach drei Monaten bewerten.

US-Drohung soll Verhandlungen mit der EU stoppen

Der Iran lebe mit dem Druck der USA, die das Land verdächtigen, heimlich ein atomares Aufrüstungsprogramm zu betreiben, erklärte Koshroo. Die US-Regierung versuche mit ihrer jüngsten Androhung eines Militärschlags, die Gespräche des Iran mit den EU-Vermittlern Deutschland, Großbritannien und Frankreich, zu stoppen. "Wir leben nicht im Dschungel, wir befinden uns in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht", unterstrich der Minister. Danach "sollten diejenigen, die die Macht dazu haben, sie auch nicht einsetzen, bis sie über die Legitimation durch die internationale Gemeinschaft dazu verfügen", fügte er in einer offenkundigen Anspielung auf das vom UNO-Sicherheitsrat nicht abgesegnete Vorgehen der USA gegen den Irak hinzu. US-Präsident George W. Bush hat sich einen militärischen Schlag auch gegen den Iran als Option offengehalten.

Atomprogramm ist aus EU-Sicht nicht wirtschaftlich begründet

In einem am Mittwoch bekannt gewordenen Dossier hatten die EU-Vermittler die Ergebnisse der bisherigen Gespräche mit dem Iran in Sachen Atom zusammengefasst. Als Kernpunkt wurde darin die Auffassung der EU festgehalten, dass es für das Anreicherungsprogramm Irans aus europäischer Sicht keine wirtschaftlichen Gründe gibt. Der Iran hatte stets argumentiert, sein Atomprogramm diene friedlichen Zwecken wie der Stromgewinnung.

Die Atomenergiebehörde (IAEA) untersucht das Atomprogramm im Iran seit über zwei Jahren. IAEA-Chef Mohamed ElBaradei hat erklärt, bisher habe er keine eindeutigen Hinweise auf ein Atomwaffenprogramm im Iran entdecken können.

EU fordert "objektive Garantien"

Der Iran hatte sich im vergangenen November zu einem Stopp der Urananreicherung für die Dauer der Gespräche bereit erklärt. In den derzeitigen Gesprächen will Europa "objektive Garantien" dafür erreichen, dass Iran mit seinem Atomprogramm nicht an der Entwicklung von Waffen arbeitet. Im Gegenzug sollen dem Iran Handelserleichterungen gewährt werden. (APA/Reuters/AFP)

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