Deutschland: Kulturminister-Chefin erwartet Zulauf für teure Unis

22. Februar 2005, 15:13
2 Postings

...wenn "das Billige keine gute Qualität mehr hat"

Langfristig mehr Zulauf für teurere Universitäten - also solche mit hohen Studiengebühren - erwartet sich die Präsidentin der deutschen Kultusministerkonferenz, Johanna Wanka (CDU). Zunächst würden die Studenten noch an jene Hochschulen gehen, die billiger seien, so Wanka. Die Sache werde sich allerdings umkehren, wenn "das Billige keine gute Qualität mehr hat".

Viel Kritik an Gebühren...

Studenten aus ganz Bayern wollen heute, Donnerstag, in Bamberg gegen die Einführung von Studiengebühren für ein Erststudium demonstrieren. Nach Ansicht des Sprecherrates der Universität Bamberg werden viele Abiturienten durch die Gebühren von einem Studium abgeschreckt. Kritik an den nun möglichen Studiengebühren äußerte auch der Deutsche Familienverband (DFV). Kinder aus einkommensschwachen Schichten würden damit vom Studium faktisch ausgeschlossen.

Die SPD-geführten Bundesländer setzen laut dem Wissenschaftsminister von Rheinland-Pfalz, Jürgen Zöllner (SPD), weiterhin auf ein gebührenfreies Erststudium. Deutschland brauche deutlich mehr und nicht weniger Studenten.

...aber auch Lob

Laut Zöllners bayerischem Kollegen Thomas Goppel (CDU) wären Studiengebühren von rund 500 Euro pro Semester auch für ärmere Studenten problemlos ohne Kredite zu finanzieren. Die Betroffenen müssten lediglich "jeden Monat für 100 Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben". Bei "guten Studenten" könnten die Unis im Einzelfall die Gebühren auch erlassen, so Goppel. Der Minister kündigte an, dass es in Bayern eine Ober- und Untergrenze für Studiengebühren geben werde, für das kommende Wintersemester sollten die Gebühren unter 500 Euro liegen.

Der baden-württembergische Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) forderte die Regierung auf, die Bafög-Sätze (öffentliche Studiendarlehen, Anm.) an die künftigen Studiengebühren-Modelle anzupassen.

Zustimmung für das Karlsruher Urteil signalisierte auch der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke. Die Einnahmen könnten zu einer besseren finanziellen Ausstattung der Hochschulen führen. (APA)

Share if you care.