Vorarlberg: Unerwünschter Grenzverkehr

1. Februar 2005, 07:57
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"Immer mehr" Wildschweine wechseln von Süddeutschland nach Vorarlberg - Bauern: "Sau schlecht"

Dornbirn - "Immer mehr" Wildschweine wechseln von Süddeutschland nach Vorarlberg. Sagen die Bauernvertreter der Landwirtschaftskammer. Genau quantifizieren lasse sich der Zuwachs nicht, räumt Hubert Schatz, Wildbiologe der Landesregierung, ein. Aber auf "plus minus 30" sei der Bestand seit 1988 (null Wildschweine) gestiegen. "Etwa fünf" Wildschweine wurden im Vorjahr erlegt.

Die "Schwarzwildbewirtschaftung" steht am Donnerstag, auch auf dem Programm einer Informationsveranstaltung der Bauernkammer in Dornbirn. Geklärt werden soll mit Experten aus dem Wildschwein erfahrenen Niederösterreich die Frage "Sau gut oder Sau schlecht?"

"Sau schlecht"

Während die Bauern zu "Sau schlecht" tendieren, weil bereits Wühlschäden auf Alpen im Raum Dornbirn verzeichnet wurden, ist die Forstlobby toleranter. Thomas Ölz vom Waldverein: "Im Wald stören die Wildschweine nicht." Im Gegenteil: Die "Bodenverwundung" durch die Wühlerei sei für die Waldverjüngung gut, weil sie die Versamung erleichtere.

"Überläufer werden akzeptiert

Aber Wildschweine als "Standwild" wollen auch die Waldbesitzer nicht. Ölz: "Überläufer werden akzeptiert, eine Wildschweinpopulation möchten wir nicht." Weil man Schäden auf Alpen und in Waldrandgebieten befürchte. Deshalb überlegt man nun, wie man die intelligenten Tiere, die im Gegensatz zu Jägern nachtaktiv sind, vor die Flinte bekommen kann.

Man solle das Problem "nicht überbewerten", raten Naturschützer. Klaus Zimmermann, Biologe am naturkundlichen Museum Inatura, bezweifelt, dass Wildschweine in Vorarlberg passenden Lebensraum finden: "Wildschweine brauchen große, flache Waldgebiete." (jub, DER STRANDARD Printausgabe 27.1.2005)

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